DÜNGER IM GARTEN

hat, wie viele Dinge, zwei Seiten. Er kann sehr nützlich sein, bei falscher Anwendung ziemlichen Schaden anrichten. Der oft angewandte Grundsatz "Viel hilft Viel" ist einfach grundfalsch. Bevor Sie Dünger anwenden, sollten Sie sich über Zweck und Ziel im Klaren sein. Wenn Sie bestimmte Mangelerscheinungen beseitigen wollen, ist das nicht unbedingt der gleiche Dünger, den Sie für die Stärkung bestimmter Pflanzen benötigen.

Die Nährstoffe
Stickstoff (Nitrat) wird für den Aufbau von Eiweissverbindungen benötigt und regt das vegetative Wachstum an.

Nitrat  wird bei Überdosierung nicht aufgenommen und landet im Grundwasser. Pflanzen wachsen zu schnell und werden instabil oder altern vorzeitig.

Phosphor wird für Samen, Früchte und Blüten benötigt, also vor allen Dingen bei Fruchtgehölzen und Blütenpflanzen. Kalium dient als Katalysator zum Aufbau von Kohlehydraten und stabilisiert die Pflanzen.

Magnesium kommt im Blattgrün (Chlorophyll) vor, bei Mangel färben sich die Blätter gelblich.

Mangelerscheinung
kann in der Regel an den Blätter, Früchten, auch dem Wuchs erkannt werden.

Stickstoff
Blätter bleiben klein, färben sich gelblich-grün.

Phosphor
Blätter verfärben sich schmutzig-grün, verzögerte Blüte und Fruchtreife

Kalium
Die Standfestigkeit leidet, schnelles Welken, Die Blätter verfärben sich vom Blattrand aus in gelblich bis rotbraun

Magnesium
Hervortreten der Adern (optisch), aufhellen der Blätter

Kalk
Wenig Ertrag und Kleinwüchsigkeit

Eisen
Die Blätter vergilben, die Blattadern bleiben grün. Grund ist oft ein zu hoher ph-Wert, der die Eisenaufnahme blockiert.

Düngemittel unterscheiden sich in zwei Gruppen, organische Dünger und mineralische Dünger. Am geläufigsten sind die sogen. NPK-Dünger. N steht für Stickstoff, P für Phosphor und K für Kalium. Wie fast immer ist Wikipedia eine gute Anlaufstelle, um sich weiter zu informieren, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCnger


Organische Dünger
werden in der Regel aus tierischen Abfallprodukten oder Exkrementen hergestellt. Beispielsweise Hornmehl/Hornspäne oder Guano. Positiv ist der geringe Salzgehalt, sowie die Langzeitdüngung. Diese ist dadurch bedingt, dass die beinhalteten Stoffe erst durch Mikroorganismen aufgeschlossen werden müssen. Negativ ist das Fehlen von Kalium. Holzkohlenasche wiederum beinhaltet einen hohen Kalium- und Kalkanteil. Eine Mischung wirkt sich vorteilhaft aus. "Guano" aus heimischen Landen bietet übrigens der Geflügelhof Seemiller aus Hausen/Diedorf an. Info unter:
Weitere Infos über organische Dünger unter:

Mineralische Dünger
Umgangssprachlich als Kunstdünger bezeichnet, trifft dies nicht ganz zu. Kalidünger beispielsweise wird bergmännisch gewonnen und besteht aus mineralisierten Meerespflanzen. Phosphordünger werden werden aus Rohphosphatlagern gewonnen und bestehen aus Rückständen fossiler Lebewesen. Positiv ist die umfangreiche Palette für verschiedene Einsatzzwecke, die schnelle Löslichkeit und damit Umsetzung. Pflanzen können damit gezielt zu bestimmten Zeitpunkten gedüngt werden. Negativ ist der hohe Salzgehalt, der zu schweren Schäden an den Pflanzen führen kann. Es ist eine exakte Dosierung erforderlich. Nicht verbrauchter Dünger geht in das Grundwasser und damit langfristig in das Trinkwasser. Zu mineralischen Düngern eine vernünftige Seite zu finden ist weitaus schwieriger, also sei nomals auf Wikipedia verwiesen.

Dünger für spezielle Anwendungen

Rasendünger
Dieser sollte am besten vor einem Regen ausgebracht oder gut eingeschwemmt werden. Möglichst gleichmässig per Hand oder Streuwagen.

1. Gabe im Frühjahr, ca. März/April,
2. Gabe im Sommer,
3. Gabe im Oktober/November.

Wer seinem Rasen, bzw. Boden etwas Gutes zusätzlich tun will, sollte sich mit einem sog. Bodenaktivator beschäftigen (z.B. von Oscorna). Wirkt im Übrigen nicht nur bei Rasen. Wer mal was anderes ausprobieren will, versucht es mit EM.

Rhododendrondünger
Rhododendren brauchen einen sauren Boden, genau so wie Azaleen und Eriken.
Speziell darauf abgestimmte Dünger fördern das Wachstum und die Blüte.

Rosendünger
Rosen werden im zeitigen Frühjahr gedüngt und nach der ersten Blüte. Rosendünger enthalten einen erhöhten Phosphatanteil. Ideal sollen 9% Stickstoff, 12%Kalium, 6%Phosphor sein. Die Angaben,wie auch die Zusammensetzung und Gewichtung schwanken erheblich! Bevorzugt werden allerdings organische Dünger. Wer`s ganz organisch angehen will, verwendet Kaffeesatz und Bananenschalen. Kein Witz - Bananenschalen (ungespritzt!) enthalten viele Spurenelemente und Mineralstoffe.

Dünger für Nadelgehölze
Generell mögen Pflanzen, mit Ausnahmen, keinen sauren Boden. Der saurere Regen ist wohl zwischenzeitlich aus den Schlagzeilen verschwunden, als Ursache für Bodenversäuerung (und Bauschäden) allerdings nicht.

Info unter: http://www.umweltlexikon-online.de/fp/archiv/RUBwasser/SaurerRegen.php

Empfohlen wird ein NPK-Verhältnis 6 4 7. Vielfach wird Bittersalz verwendet. Bittersalz ist ein  Magnesiumdünger und für die Grünfärbung der Nadeln verantwortlich, löst aber keine Bodenprobleme.

Dünger für Nadelhecken
s.h. Nadelgehölze

Weitere Informationen über Dünger z.B. unter: http://www.xn--dnger-info-9db.de/

Als Letztes
Der tote Fisch im Garten
I.M. Richberg beschreibt in ihrem Buch "Altes Gärtnerwissen" einen Nachbarn, der zu Düngungszwecken eine Reihe toter Fische vergrub. Auch eine Methode - und nach ihrer Erfahrung durchaus erfolgreich.

Makaber, aber wahr
Alte Schlachtfelder (vor Einsatz von chemischen Explosions- und Wirkstoffen) galten als höchst ertragreich.
Ein etwas polemischer, aber hoch interessanter Artikel zu Dünger, im Speziellen Phosphat, ist lesbar unter:
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/780668

im PDF-Format eine Liste staatlich überwachter Bodenuntersuchungslabore zur Verfügung.

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