HECKE UND SCHNITT

Unterschieden wird zwischen niederen und hohen Hecken, laubabwerfend oder immergrün. Der Unterschied ist dabei z.T. fliessend und auch vom Alter abhängig. Buchs kann durchaus eine Höhe von 4 m erreichen, das ist allerdings wohl eher was für Ihre Enkel. Hauptkriterium sollte sein, welchen Zweck die Hecke erfüllen soll.

(la) = laubabwerfend, (ig) = immergrün
Die angegebenen Höhen dienen zur Orientierung für eine mögliche Heckenhöhe. Einzelne Pflanzen können ungeschnitten weitaus höher werden.

Niedere bis mittelhohe Hecken
sind geeignet, um eine Abgrenzung zu demonstrieren. z.B. im Vorgarten.
Sie gibt einem Beet eine äussere Struktur, (Beispiel Buchshecke im Bauerngarten), gibt Wegen einen Rahmen, kann eine wirkungsvolle "Barriere" für kleine Kinder bei einem Teich sein.
Für niedere Hecke eignen sich relativ viele Gehölze, solange sie gut schnittverträglich sind. Gehölze, die am einjährigen Holz blühen, eignen sich nicht so gut, höchstens sie werden erst nach der Blüte geschnitten.
Geeignet sind:
Berberis thunbergii Atropupurea, Blutberberitze (la), stark dornig, Blattwerk dunkelrot bis braunrot, Höhe ca. 2m bis 3m, als Hecke zwischen 0,5m und 1,5m, daneben gibt es noch einige andere Berberis-Arten, die sich als niedere bis mittelhohe Hecke eignen, z.B.
Berberis buxifolia „Nana“, Höhe ca. 30/40cm
Berberis julianae, Höhe ca. 80/150cm
Berberis thunbergii, Höhe ca. 50/80cm
Buxus sempervivens, Buchs (ig), sehr langsam wachsend
Buxus se. „Suffructocsa“, Höhe ca. 15/40cm
Buxus se. var. arborescens, Höhe ca. 50/150
Chaenomeles, Zierquitte (la), dornige Triebe, Früchte essbar
Cotoneaster, Zwergmispel (la), einige Arten eignen sich auch für niedere Hecken
Crategus, Weissdorn (la), stark dornig, robust, Bienenweide und Vogelschutzgehölz
Ilex x meservae "Blue Angel" (ig), besonders frosthart, langsam wachsend, in 15 Jahren ca. 1,3m hoch (Bruns)
Ilex x meservae "Blue Prince", bes. frosthart, in 15 Jahren ca. 2,7m hoch (Bruns)
Ilex x meservae "Blue Princess", ähnlich "Blue Angel".
Lonicera nitida "Maigrün" , Heckenkirsche (ig), Höhe max. ca. 1m, frosthärter als L.n. "Elegant"
Mahonia aquifolium, gewöhnliche Mahonie (ig), Blätter dornig, schattenverträglich, Höhe bis ca. 1m
Pyracantha, Feuerdorn(ig), Höhe ca. 100/200cm
verschiedene Sorten, stark dornige Triebe
Ribes alpinum „Schmidt“, Alpen-Johannisbeere (la), Höhe ca. 50/120
gut schattenverträglich
Spiraea japonica, Sommerspiere(la), Höhe ca. 30/60
Potentilla fructicosa, Fünffingerstrauch (la), zahlreiche Sorten in weiss, weissgelb, gelb und rot, Dauerblüher von Juni bis Oktober, Heckenhöhe ca. 0,8m bis ca. 1,20m, volle Sonne, eher saurer bis max. leicht alkalischer Boden
Rosa...Rosen, (la)

Hohe Hecken
 
dienen vorrangig als Sichtschutz, können aber auch Lärm- und Staubbelastung in gewissem Umfang reduzieren. Ein weiterer Aspekt ist der Schutz vor Einstieg in das Grundstück.

 
Acer campestre, Feldahorn (la), volle Sonne bis lichter Schatten, eher kalkhaltiger Boden, Höhe 5m bis 15m, als Hecke zwischen 2m und 5m, gut frosthart.
 
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Zypressenhecke
Chamaecyparis lawsonia "Alumii", Hecken-Zypresse, schattenverträglich, hohe Winterhärte, kann jedoch bei zu trockenen Winterstandorten zu Frosttrocknis neigen, Höhe 8m bis 10m, als Hecke 2m bis 3m.
 
Chamaecyparis lawsonia Columaris, Höhe ca. 150/300cm
 
Chamaecyparis lawsonia leylandii, Höhe ca. 150/300cm
 
rel. schnell wachsend
 
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Buchenhecke
Carpinus betulus, Hain-Buche (la), Höhe 10m bis 20m, als Hecke zwischen 2m und 4m - 5m, bodentolerant, Blätter bleiben lange haften, langlebig
 
Craetagus monogyna Weißdorn (la), Höhe ca. 80/200
 
stark dornig, starker essbarer Fruchtbehang
 
Fagus sylvatica, Rot-Buche (la), bodentolerant, bevorzugt jedoch kalkhaltige Böden, gut schattenverträglich, schöne Herbstfärbung der Blätter, Höhe bis zu 30m, als Hecke 2m bis 4m.
 
Fagus sylvatica f. purpurea, Blutbuche (la), Höhe ca. 180/300
 
Blätter im Austrieb dunkelrot, später grünlichrot, sonst wie Fagus sylvatica
 
Forsithia „Lynwood“, Forsithie (la), Höhe ca. 100/180
 
ca. März/April reich gelb blühend
 
Ilex aquifolium, Stechpalme (ig), Höhe ca. 120/250
 
sehr dornig, gut schattenverträglich
 
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Ligusterhecke
Ligustrum vulgare Atrovivens, Liguster, je nach Winter teilweise laubverlierend, eignet sich auch als eher niedere Hecke und kann dann sehr schmal gehalten werden.
 
Ligustrum ovalifolium, Höhe ca. 150/220cm
 
Prunus laurocerasus, Kirschlorbeer (ig) friert in strengen Winter zurück, treibt aber wieder aus, evtl. Laubschäden durch Wintersonne.
 
Taxus baccata, Eibe (ig),
 
Weitere Sorten: Taxus ba. „Overeynderi“, Taxus media „Hicksii“, Taxus media „Hillii“, Taxus media „Stricta Viridis“.
 
Thuja occidentalis, Lebenssbaum (ig)
 
nur für sonnige Standorte, kahlt von innen her aus, rechtzeitig mit dem Schnitt beginnen
 
Thuja occ. „Smaragd“, Höhe ca. 60/250
 
Thuja plicata „Atrovivens“, Grüner Lebensbau, Höhe ca. 100/300cm
 
Thuja plicata „Aurescens“, Goldspitzen-Lebensbaum, Höhe ca. 100/300cm

Als Hecke kommen auch Bambus in Frage, sowie ausläufertreibende Gehölze, wie z.B. Ranunkelstrauch, kerria japonica. Weide oder Blutpflaume als Heckenpflanze sind relativ unbekannt und eine weitere Information wert. Es kommt dabei sowohl auf den zur Verfügung stehenden Platz, wie auch den Verwendungszweck  z.B. nur Abgrenzung oder Sicht-/Lärm-/Staubschutz an.

Lebende Hecke  
lebende Hecke  

Eine weitere Heckenvariante ist die lebende oder blühende Hecke. Diese braucht wohl bei weitem mehr Platz, vereinigt aber Sichtschutz und zu unterschiedlichen Zeiten blühende Gehölze. Dabei werden Blütensträucher in einem Abstand gepflanzt, der sie in wenigen Jahren zu einer grünen “Wand” zusammenwachsen lässt.

 

Neupflanzung
Neben den üblichen Regeln für eine Neupflanzung werden Heckenpflanzen (nur Laubgehölze) mit wenigen Trieben, z.B. Liguster, um ca. 1/3 eingekürzt. Damit wird eine bessere Verzweigung und ein dichterer Wuchs erzielt.

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Thujahecke

Der Heckenschnitt
richtet sich natürlich nach der gewählten Pflanzung. Speziell bei den hohen Hecken, wird vielfach zu spät mit dem Schnitt begonnen - zu hoch - zu breit. Alle Pflanzen brauchen Licht. Je höher und breiter, desto stärker der Auskahlungsgrad im Inneren. Optimal ist eigentlich ein pyramidaler Schnitt, der der natürlichen Wuchsform entgegen kommt. Geschnitten wird aber meistens senkrecht. Bei vielen Hecken ist dann zu beobachten, dass sie früher oder später oben breiter sind wie unten. Gehölze wie Ahorn, Buche, Liguster oder Eibe lassen sich relativ stark zurückschneiden.

Schnittschadenan Thujahecke  
Schnittschaden bei Thujahecke  

Thujen reagieren weitaus empfindlicher und treiben aus verholzten Teilen nur sehr zögerlich oder auch gar nicht mehr aus. Thujen reagieren auch sehr empfindlich bei ihnen zu nahe kommenden Hindernisse, wie Büsche. Sie ziehen sich in dem Bereich zurück, was zu unschönen Einbuchtungen führt. Die Meisten begehen einfach den Fehler, zu spät und zu zögerlich zur Heckenschere zu greifen. Ein wichtiges Kriterium ist die Zugänglichkeit für den Heckenschnitt. Sowohl auf der eigenen, wie auch der Nachbarseite. Ein wunderschönes Blumenbeet dicht an der Hecke kann bei Rückschnittmassnahmen zu hohen “Kollateralschäden” führen. Nur eine trockene Hecke bei trockenem Boden schneiden. Rückschnittreste kleben sonst am Boden und lassen sich nur schlecht entfernen. Nebenbei vertragen sich Elektrik (Schere) und Feuchtigkeit extrem schlecht.

Bei der Pflanzung von Hecken sollten Sie auch Kriterien wie Abstand und Höhe zum Nachbarn beachten, um Streitigkeiten auszuschliessen.Tips zur Werkzeugpflege, z.B. Heckenschere finden Sie unter Werkzeug.

Giftigkeit von Heckenpflanzen

Nicht zuletzt sind verschiedene Heckenpflanzen in unterschiedlichem Maße giftig

Taxus baccata, Eibe Taxus baccata  giftig - sehr giftig
in allen Teilen giftig, mit Ausnahme des roten Fruchtfleisches

Thuja occidentalis, Abendländischer Lebensbaum, Hecken-Thuja
in allen Teilen giftig, vor allem Zweigspitzen und Zapfen
Das ätherische Öl hat eine sehr starke Reizwirkung auf die Haut und Schleimhaut als
allergische Reaktion. Bei oraler Aufnahme hoch giftig

Prunus laurocerasus, Lorbeerkirsche
in allen Teilen giftig, vor allem Blätter und Samen.

Buxus sempervirens, Buchsbaum, immergrüner gering giftig bis giftig
unterschiedliche Einschätzung der Giftigkeit, giftig in allen Teilen, vor allem die Blätter.

Ligustrum vulgare, Gemeiner Liguster
Giftig sind vor allem die schwarzen Beeren.
Mögliche Vergiftungserscheinungen : Leibschmerzen, Erbrechen, Durchfall.