Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt.
(chinesisches Sprichwort)


DIE NEUANLAGE
eines Gartens ist in der Regel der letzte große Akt eines Neubaus. Wer bereits im Vorfeld bestimmte Dinge mit einplant, spart sich später gutes Geld und Nerven. Eine Checkliste hilft dabei.

Wasser
mehrere Außenhähne an den unterschiedlichen Hausseiten sparen lange Schläuche, vor allen Dingen das lästige Auf- und Abrollen. Alternativ lässt sich auch ein Rohrsystem mit sog. “Wassersteckdosen” einplanen.  Der Wasserverbrauch lässt sich durch eine Regenwasserzisterne oder einen Brunnen reduzieren, nebenbei auch die Abwassergebühren, die an den Wasserverbrauch gekoppelt sind. Soll das Wasser elektrisch gepumpt werden, an den Strom denken. Ein Hauswasserwerk im Freien sollte geschützt stehen, macht ordentlichen Krach (Lärmschutz) und muss vor dem Frost in`s Warme.  Wird eine Tröpfchenbewässerung geplant, Wasserwerte auf Kalk prüfen, sonst sind die Löchlein Ruckzuck zu. Wer einen Teich plant, kann jetzt das Loch dafür noch kostengünstig ausheben lassen.

Erdarbeiten
In der Regel wird bei Baubeginn die Humusschicht abgeschoben und zwischengelagert. Während der Bauphase wird der Unterboden durch Baufahrzeuge meist extrem verdichtet. Vor Aufbringen der Humusschicht sollte der Unterboden wieder aufgelockert werden, durch Planierraupe mit Haken oder Bagger. Falls Humus angefahren wird, erkundigen Sie sich nach dem Ursprung. Wird z.B. der Humus von einem Acker abgeschoben und angeliefert, kann dieser neben chemischen Rückständen, wie Pestiziden auch Samen enthalten. Wurde dort z.B. Raps angebaut, können Sie sich über ein “Rapsfeld” freuen.
Ein Garten muss nicht immer “brettleben” sein. Eine Terrassierung kann eine gewisse Spannung in die Landschaft bringen. Ein Hügel kann den Sichtschutz erleichtern oder als Basis für einen Bachlauf oder Steingarten dienen.

Strom
spielt in heutigen Gärten eine größere Rolle. Strom brauchen Sie für Terrasse, Wasserpumpe, Teichpumpe, Licht am Teich oder dem Gartenhaus und natürlich für Elektrogeräte wie den Rasenmäher. Eine Außensteckdose in jeder Ecke spart lange und lästige Kabel. Jetzt noch die Gräben ziehen, Erdkabel, am besten im Leerrohr, verlegen. Denken Sie dabei an spätere Veränderungen durch Teich oder Bepflanzung. Lage dokumentieren - in zwei Jahren weiß keiner mehr, wo die Kabel laufen. Möglichst tief verlegen und am besten weiter oben mit Warnband markieren.

Licht und Schatten
Sonne kann ich abschattieren, im Schattenbereich jedoch keinen “Sonnenplatz” herstellen. Den Sonnen- und Schattenverlauf dokumentieren und bei der Anlage gezielt einsetzen.
Die Himmelsrichtungen spielen sowohl für Sonne/Schatten eine Rolle, aber auch für Windverhältnisse. Z,.B. kalter Nordwind im Winter, Zugverhältnisse, z.B. für die Terrasse und die Pflanzung und natürlich die hauptsächliche Regenseite. Die regenabgewandte Seite, womöglich mit Dachüberstand eignet sich schlecht für Beete oder Bepflanzung.

Die Terrasse
spielt im Sommer eine der Hauptrollen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Unterbau. Je nach Unterbau erfolgt der weitere Aufbau. Vielfach wird eine Betonplatte gegossen, auf der dann ein fester Belag verlegt wird. Die Dimensionierung gut überlegen, da ein “Anstückeln” der Platte zum späteren Zeitpunkt a) aufwendig und b) fast immer mit Problemen verbunden ist. Die Oberkante der Platte richtet sich zum einen an der Höhe der Terrassentür, zum anderen am späteren Belag aus. Z.B. dünnen Fliesen oder hohen Betonsteinen. Bei einem geplanten Aufbau aus Holz ist die Bodenfreiheit der Unterkonstruktion, die Unterkonstruktion und der Oberbelag zu berücksichtigen. Bei Verlegung auf Splitt ist das Splittbett, ca. 3 bis 5 cm und die Belaghöhe zu berücksichtigen. Sowohl Betonplatte, wie auch Splittverlegung benötigen einen ausreichend tiefen und gut verdichteten Unterbau.


Der Sitzplatz
soll in der Regel ein “Rückzugsort” sein, oder das Plätzchen, um abends die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Er sollte weit genug vom Hauptsitzplatz (der Terrasse) entfernt sein, um sich tatsächlich einen bisschen Ruhe zu gönnen. Die Terrasse hat eine gewisse Funktionalität, der Sitzplatz sollte sich davon deutlich unterscheiden.

Die Wege
spielen als strukturgebendes Element eine wichtige Rolle. Die Palette reicht dabei von einfachen Trittplatten, bis zu gepflasterten Wegen. Trittplatten können auch im Nachhinein im Rasen verlegt werden. Gepflasterte Wege brauchen einen Unterbau. Entscheidend neben der Optik ist die Funktion des Weges. Wenn ich nur ab und zu zum Kompost will, reichen Trittplatten.

Die Pflanzung
hängt in großem Maß von persönlichen Vorlieben ab. Währen ER alles im Blick haben will und auch die Nachbarn den schönen Garten sehen (und beneiden?) sollen, will SIE einen geschützten Rückzugsort - oder umgekehrt. Unzählige Bücher, Broschüren und noch mehr Internetseiten beschäftigen sich mit diesem offensichtlich wichtigsten Problem der Menschheit. Ein zusätzliches Kriterium ist einfach die Unsicherheit. Die Meisten hatten vorher keinen Garten und daher auch wenig bis gar keine Erfahrung. Positiv denken ist sicher wichtig, in diesem Fall bringt Sie jedoch das Ausschlussverfahren ein Stück weiter. Z.B. bestimmte Farben mag ich nicht oder Wasser mag ich nicht usw. Vielfach wird dann zu viel und zu dicht gepflanzt. Weniger ist erstmal besser, nachpflanzen kann ich dann immer noch. Platz lassen für Pflanzengeschenke, Platz lassen für Stauden oder Büsche, die Sie bei einem Spaziergang entdecke. Stauden verdoppeln in der Regel jedes Jahr ihre Basisbreite. Gerade bei Gehölzen gibt innerhalb der Gattung, z.B. Cotoneaster, eine Vielzahl von Untersorten, die sich ganz erheblich im Wachstum unterscheiden. Cot. adpressus wird ca. 0,3 m hoch und ca. 1 m hoch, Cot. x  watereri wird bis zu 4 m hoch und breit. Das Wachstum schlägt sich z.B. im Preis nieder. Je weniger und langsamer  desto teurer. Gartenbücher helfen weiter, haben aber auch ihre Fehler oder beschreiben ungenau. Beispiel, gefunden als “Zwerggehölze für Schalen und Tröge” picea abies inversa, wird schlappe 6 bis 8 m hoch oder corylus avellana Contorda, wächst bis ca. 5 bis 6 m Höhe und Breite. Dauert wohl viele Jahre, aber als Zwerggehölze würde ich sie nicht gerade sehen. In Katalogen, auch Büchern darauf achten, auf was sich die Wuchshöhe/breite bezieht. Manche geben die Höhe(Breite in z.B. 15 Jahren an, andere die letztendlich erreichbare Höhe. Da hilft uns doch der Gartenplaner auf CD oder DVD gleich weiter. Vorausgesetzt die Pflanzen werden in ihrem tatsächlichen Wachstum dargestellt. Wenn allerdings der Buchs in 10 Jahren genauso groß ist, wie z.B. die Korkenzieherweide, sollten Sie auf dieses Hilfsmittel verzichten. Die allermeisten Laubgehölze lassen sich zurückschneiden, bei Nadelgehölzen ist es sehr zeitaufwendig bis unmöglich.


Genug verunsichert?



Sie gehen ja auch nicht in den nächsten Laden und kaufen unbesehen den nächstbesten Fernseher. Den können Sie ja noch notfalls zurückgeben, wenn sich aber das günstig gekaufte Bäumlein in 10 Jahren als gartenfressendes Monster entpuppt, wohl nicht.

Die Baugrube
Ein eigentlich unscheinbares Detail, das nach Bauabschluss verschwindet. Doch mit verschwinden darin oft genug Abfälle, halt so alles, was “Bauigel” da rein schmeißt. Dann wird die Grube zugeschüttet und das war`s. Auch wenn sich das inzwischen gebessert hat, besteht nach wie vor ein Grundproblem. die Baugrube wird in den meisten Fällen ohne ausreichende Verdichtung zugeschüttet. Die Folge - es gibt Setzungen des Materials, oft erst nach Jahren bemerkbar. Wenn ich jetzt darauf meinen schönen Weg oder die Terrasse angelegt habe... freut sich der Pflasterer oder der Gartengestalter oder sonst wer, der das Ganze neu anlegen darf.

Die Knete
spielt, speziell im Neubaubereich, eine entscheidende Rolle. Fast alle mir bekannten Bauprojekte wurden im Endeffekt teurer als geplant. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Tatsache ist jedoch - wenn der Gärtner kommt, sind viele Bauherrn/innen mit den Nerven am Ende, das Misstrauen groß (Mensch macht während der Bauphase so seine Erfahrungen) und der Geldbeutel leer. Also wird nur noch das Notwendigste gemacht. Gerade deshalb ist es so wichtig, die Grundvoraussetzungen für die dann später realisierbaren Unternehmungen im Außenbereich rechtzeitig einzuplanen.

 

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