PFLANZLOCH
 
Das Herstellen eines Pflanzloches scheint manchmal der wichtigste Akt im Leben eines (Hobby)- Gärtners zu sein.
 
Wenn ich die z.T. aufgeführten Anforderungen erfüllen würde, wäre ich tagelang nur mit deren Her- stellung beschäftigt. Und dann erst die Aktion - Wie bette ich Pflänzlein ins Bettchen, dass schon morgen die Megapflanze dasteht. Da wird ein kuscheliges Biotop fürs Pflänzlein geschaffen, mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten, besserer Erde usw. - mit fatalen Folgen. Trifft Pflänzlein dann nach einiger Zeit mit seinen Wurzeln auf die rauhe Wirklichkeit seiner Umgebung, also ausserhalb seines Biotops, überlegt Pflänzlein erst mal lange, ob es da auch wirklich raus will. Grund ist wohl die veränderte Bodenstruktur, das reduzierte Nährstoffangebot und eine andere chemische Zusammensetzung. Eine Pflanze muss im Umgebungsbereich ihres Wurzelwerkes einfach mit dem vorhandenen Boden zurecht kommen. Jede Pflanze wächst und verbreitert ihren Wurzelumfang. Wollen Sie tatsächlich jedes Jahr den Lochumfang erweitern, um „Pflänzlein“ die gewohnte Umgebung zu bieten? Wobei es natürlich sinnvoll ist, den vorhandenen Boden gut zu lockern und massvoll mit Bodenhilfsstoffen zu vermischen.

Extrem wirkt sich das Graben einzelner Löcher bei einem stark verdichteten oder sehr lehmigen Boden aus. Graben Sie einfach ein Loch, füllen es mit Wasser und warten ab. Das Wasser bleibt erst mal stehen, wo soll es auch hin. Wenn Sie jetzt in dieses „Feuchtbiotop“ eine Pflanze setzen, können Sie bei`m Verfaulen der Wurzeln zusehen. Das Gleiche passiert natürlich auch dann, wenn es stärker oder länger regnet. Wasser sammelt sich in den Pflanzlöchern und kann nicht abfliessen.
 
Gerade bei Neubauten oder grösseren Umbaumassnahmen wird der Unterboden durch Bautätigkeit stark verdichtet. Abhilfe schafft das grossflächige Aufbaggern oder das Aufreissen mit den Stahlklauen einer Planierraupe. Leider wird diese Aktion aus Kostengründen oder Unkenntnis oft unterlassen. Da wird am Schluss eine mehr oder weniger dünne Schicht Aushuberde drübergestreut und das war`s dann. Sollten Korrekturmassnahmen nicht mehr möglich sein, hilft im Extremfall nur das Verlegen von Drainagerohren im Boden. Bei weniger starken Verdichtungen sollten Sie die Pflanzlöcher möglichst tief auflockern, eher kleinere Pflanzgrössen wählen (die Pflanze gewöhnt sich dann besser an die Umgebung) und möglichst Pflanzen auswählen, die auch einmal mit mehr Feuchtigkeit zurechtkommen.