DER PFLEGELEICHTE GARTEN
 
Der Wunschtraum aller Gartenbesitzer...
 
fängt eigentlich in Kopf und Bauch an.
 
Wem Gartenarbeit Spass macht, hat hier weniger Probleme.
 
Wer den optimalen Garten präsentieren will, setzt sich selbst unter Druck.
 
Vielleicht sollten wir auch verschiedene Dinge etwas gelassener sehen (Was, ehrlich gesagt, leichter gesagt als getan ist).
 
Aber muss wirklich jedes Kräutlein aus dem Rasen raus, ist es wirklich so schlimm, wenn im Staudenbeet mal ein Unkraut wächst. Unkraut wird inzwischen von Vielen als Wildkraut oder Beikraut bezeichnet. Blühen z.T. wunderbar, müssen aber tatsächlich im Zaum gehalten werden. Wobei ich hier absolut nicht damit sagen will, dass Jede und Jeder eine "persönliche Brennessel" halten muss. Ich verstehe mich auch nicht als Bio-Gärtner. Nur könnten sich viele eine Menge Stress im Garten sparen, wenn sie neben der richtigen Anlage einmal die tollen Bilder in Buch und Zeitschrift als das sehen würden, was sie sind. Arrangements, zum optimalen Zeitpunkt optimal fotografiert.
 
Auch hier werden wir nach meiner Meinung von Werbung und Medien beeinflusst, wie der "schöne, gepflegte" Rasen oder Garten auszusehen hat. Wie die schöne Küche, das gepflegte Bad, die ultrasaubere Wäsche usw. Und nicht zuletzt wir selber - Immer gut drauf, top gekleidet.
 
Google bringt bei dem Stichwort „Der pflegeleichte Garten“ über 900.000 Treffer, Bing immerhin noch über 300.000.
 
Und natürlich finden sich im Internet jede Menge Tips, z.T. sicher sinnvoll, z.T. jedoch Halbwahrheiten bis purer Schwachsinn.
 
Z.B. das Beet mit "ein wenig Kies" abzudecken. Da wird sich die Distel aber erschrecken. Oder. Das Beet mit Folie abdecken und ein Loch reinschneiden, wo eine Zierpflanze wächst. Schön, was für eine Folie? Löwenzahn bohrt sich durch Teer und Beton, aber die "Folie" macht ihn zum zahnlosen Löwen. Quecken bilden meterlange Rhizome. Wenn die das Loch erreicht haben, freuen sie sich. SIE NICHT. An andererer Stelle werden einjährige Blümchen empfohlen - Giersch und Co. werden sich angstvoll aus Ihrem Garten verziehen. Da werden hochstehende Einfassungen aus Metall oder Kunststoff empfohlen - wohl dem, der einen Kantenschneider oder Rasentrimmer besitzt.
 
Letztes Beispiel:
 
„Zierbäume, die nicht geschnitten werden müssen, sind z.B. Fächer-Ahorn, Japan-Ahorn, Zierkirsche, Zierapfel oder großblütige Magnolie.“
 
Soviel Inkompetenz tut schon weh.

 
Genug gelästert - bloss gut, dass ICH unfehlbar bin.
 
Unter den richtigen (subjektiven) Bedinungen wird der pflegeleichte Garten zu Ihrem persönlichen Wohlfühlgarten.
 
Meine Erfahrung kurz zusammengefasst, Einzelheiten in der Regel in Einzelbeiträgen.
 
Die Rasenkante trennt sauber Rasen und Beete, wo Schatten ist, wächst kein Gras, also lieber ein Beet mit Schattenpflanzen, wo offene Erde und Licht ist, wächst Wildkraut, also bepflanzen.
 
Bodendecker macher nur dann Sinn, wenn sie dicht und hoch genug wachsen, um Unkraut zuver-
 
lässig zu unterdrücken. Wieviel Arbeit macht der Rasen und wieviel Ihr Staudenbeet? Gerade bei Neuanpflanzung wirkt Rindenmulch oder Rindenhumus Wunder, ein Kiesbeet, richtig angelegt, hält Wildkraut (na gut, Unkraut) über Jahre fern, die richtige Auswahl an Ziergehölzen spart Schnittarbeiten. Viele Stauden „explodieren“ förmlich. Weniger ist hier manchmal mehr. Gartenteiche machen bei naturnaher Anlage relativ wenig Arbeit, der Anbau von Gemüse und teilweise auch schmeckt wohl, macht aber richtig Arbeit. Manchmal hilft auch Technik, z.B. eine Bewässerungsanlage. Die richtige Balance zwischen Aufwand und Ertrag, übertriebener Pflege und ungepflegt ist sicherlich schwierig. Letztendlich muss Jeder für sich selbst entscheiden, wie ER/SIe den grössten Nutzen aus seinem/ihren Garten zieht.
 
 
 
Weitere Beiträge zu diesem Thema unter:
 
 
 
Gestaltung, z.B. Rasenkante
 
Kruschtlkiste, z.B. ausläufertreibende oder stark aussamende Pflanzen
 
Zierpflanzen, z.B. schattenverträgliche Pflanzen