BETON IM GARTEN


Alles zubetonieren und grün anstreichen.


Ist auch eine Möglichkeit, wird aber in Gärtnerkreisen nicht wirklich geschätzt. Nichtsdestotrotz wird von der Betonindustrie eine Vielzahl von Produkten im Gartenbereich angeboten. Eine kleine Übersicht. Nachdem auf jeder Herstellerseite umfangreiche Informationen angeboten werden, möchte ich mich jeweils auf wenige Punkte beschränken.

Pflaster
im Gartenbereich langen 6 cm dicke Steine, im Einfahrtbereich ist man mit 8 cm auf der sicheren Seite.

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Die selben Platten

Die Farbe
Normales Pflaster wird oberflächig eingefärbt und je nach Ausführung weiterbearbeitet. Die Farbe bleicht durch Witterungseinflüsse aus. Kräftige Farben verblassen. Ein schwacher Rotton wird zu Schweinchenrosa, ein leichter Blauton zu wässrigem Himmelblau. Am wenigsten verlieren graue oder anthrazitfarbene Stein. Die haltbarere Variante sind Steine mit Natursteinvorsatz. Dabei wird in die obere Schicht gemahlener oder gebrochener Naturstein eingearbeitet.

 

 

Die Oberfläche gibt es

glatt
feingestrahlt
sandgestrahlt
wassergestrahlt
kugelgestrahlt
gestockt
bossiert
strukturiert

Jeder Hersteller oder Baustoffhändler verfügt über eine Ausstellungsfläche. Dort können Sie Ihren “Wunschstein” in Natura in Augenschein nehmen. Katalogfotos geben diesen Eindruck nur begrenzt wieder.

Die Form

unterscheidet sich neben dem Verwendungszweck, z.B. abfallende Einfahrt, Kreis, durch die Materialbehandlung und Ausformung.


Verbundsteine
sind so ausgebildet, dass sie “im Verbund” eine Fläche bilden, die hohe Scherkräfte, z.B. Autoreifen, aufnehmen können.


Formatsteine
gibt es in unterschiedlichen Grössen, die “in sich” bündig sind. Daraus lassen sich eine Vielzahl von Verlegemustern erstellen.


Diagonalsteine
Um Flächen diagonal ohne grosse Schnittarbeiten verlegen zu können, gibt es die sog. Bischofsmützen, die als “Anfängersteine” verlegt werden.
Achten Sie bei der Formatauswahl und dem Verlegemuster darauf, dass möglichst wenig Schneidarbeiten anfallen.

Ökologisches Pflaster
Hier geht es in der Regel darum, etwas Grün unter den Reifen zu bekommen, bzw. um die Wasserentsorgung von Einfahrten und Stellflächen auf dem eigenen Grundstück. Hintergrund ist dabei, dass fast alle Kommunen inzwischen verlangen, möglichst viel Regenwasser auf dem Privatgrundstück entsorgen zu lassen, um die Kanäle, vor allen Dingen jedoch die Klärwerke zu entlasten. Bei einem geschlossenen Pflasterbelag erfolgt die Entsorgung in der Regel über eine Drainrinne mit Anschluss an den Sickerschacht oder einen Gully mit Anschluss.

Als Alternative werden verschiedene Systeme angeboten.


Rasenpflaster
mit angeformten “Nasen” , die einen grösseren Steinabstand gewährleisten. Abstandshalter für die gleiche Funktion. Verbundsteine, die durch ihre Ausformung grössere Zwischenräume bilden. Die Zwischenräume werden mit Erde/Gras oder Splitt/Sand verfüllt. Bei wenig befahrenen Flächen, z.B. Feuerwehrzufahrten funktioniert das auch ganz gut. Bei viel befahrenen oder beparkten Flächen weniger. Für eine “Begrünung” kommt erschwerend hinzu, dass Beton extrem Wasser zieht und sich aufheizt. Schlechte Bedingung für Gras. Weiter ist zu beachten, dass sich durch die grösseren Fugen Scherkräfte stärker auswirken. Beispiel: Ein Kleinlaster will wenden und kurbelt auf der Stelle (die Servo macht`s möglich).

Drainpflaster
bildet einen geschlossenen Belag. Die Versickerung soll dabei durch den offenporigen Beton erfolgen.
Ob das langfristig funktioniert oder sich die Poren mit der Zeit zusetzen, kann ich nicht beurteilen.

Platten
gibt es wie oben mit unterschiedlichen Farben und Oberflächen. Speziell die Oberflächenbehandlung wirkt sich auf die Schmutzaufnahme und Reinigungsmöglichkeit aus.Das Format beschränkt sich in der Regel auf Quadrat und Rechteck. Platten werden grundsätzlich mit Fuge verlegt. 1. um die Plattenränder beim Abrütteln zu schützen, 2. um kleine Massdifferenzen ausgleichen zu können. Verlegt wird normalerweise im Kreuz- oder Läuferverband. Im Läuferverband sind halbe Plattenformate erforderlich oder entspr. Schneidarbeiten. Extrem wichtig ist ein genaues Verlegen in der Flucht, sonst sieht das Gesamtbild “Besch...” aus. Eine optische Auflockerung kann durch das Einfügen von Natursteinzeilen erreicht werden. Quadratisch, praktisch, gut. Dass Platten auch anders verlegt werden können, s.h. Foto. Platten können aber auch für Wege oder als Trittplatten verlegt werden. Achten Sie bei Trittplatten auf die Schrittlänge. Diese fällt beim “Probelauf” oft anders aus, als in der Wirklichkeit.

Stufen
Wer sich für Betonstufen entscheidet, sollte sich über folgendes im Klaren sein. Der Unterbau muss sehr gut verdichtet sein, um ein späteres Absinken oder Kippen zu verhindern. Der Stufensetzer braucht genug “Schmalz” oder techn. Hilfsmittel zum Setzen (Gewicht so ab 120 kg/Stck). Das Schrittmass sollte eingehalten werden. (Im Privatbereich eine eigene Entscheidung, im gewerblichen Bereich vorgeschrieben). Die Gesamthöhe genau ermitteln, sonst gibt es bei der obersten Stufe ein böses Erwachen.

Palisaden
können vielfältig eingesetzt werden, z.B. zum Abfangen von Höhenunterschieden oder als Begrenzung. Es gibt sie als Quadrat oder Rechteck oder als Verbundpalisade. Bei Hinterfüllung ist auf die horizontale Belastung zu achten, die manchmal (nasse Erde wiegt!) unterschätzt wird. Als Faustregel gehört rd. 1/3 der Höhe in den befestigten Untergrund. Bei Hinterfüllung ein Durchschwemmen von Feinanteilen durch Absperrung (Folie, Noppenbahn u.ä.) verhindern. Beim Setzen ständig auf die Senkrechte achten. Fehler addieren sich und können nur mühsam korrigiert werden. Palisaden können aber auch zur Herstellung von Stufen verwendet werden. Palisade als Stellfläche, dahinter Pflaster als Trittfläche.

Die Verwendung von Hang-und Mauersystemen ist systemübergreifend und hängt u.a. von den Höhendifferenzen, dem vorhandenen Platz, den optischen Ansprüchen und den technischen Möglichkeiten ab (und vom Geldbeutel). So gehen die beliebten Pflanzringe (das sind die Dinger - aussen Beton, innen hohl) bei ca. 13 bis 15 kg an, L-Steine liegen ab ca. 30 kg, U-Steine bringen so ab 40 kg auf die Waage und bei sog. Mauerscheiben beginnt der Spass so ab 190 kg und steigert sich bei einer Höhe von ca. 1 m auf lockere 400 kg. Sollte also Ihr Neffe Gewichtheber sein, stellen Sie sich gut mit ihm.

Hangsysteme
dienen in der Regel zum Abfangen von Höhendifferenzen. Auch hier gilt: ohne stabilen Unterbau keine längere Freude an Ihrem Werk. Durch Setzbewegung entsteht eine hohe Punktbelastung, speziell bei Pflanzringen. Dies führt zu Abplatzungen bis zum Brechen der Ringe. Die Optik leidet natürlich auch, wenn die Ringe, oder was auch immer plötzliche schief in der Landschaft stehen. Je flacher der Neigungswinkel, desto besser. Bei steileren Verbauten den anstehenden Horizontaldruck berücksichtigen. Je nach anstehendem Boden eine gute Drainage einbauen. Bei höheren Verbauten u.U. eine Absturzsicherung einplanen. Wenn “Kind” oder “Onkel nach dem 5. Weizen” erst mal die die 2m-Marke nach unten hinter sich hat, ist das Geschrei gross. Bei grösseren Verbauten auf die horizontale Ausrichtung achten. Sonst landen Sie rechts 10 cm höher wie links. Wasserwaage ist ein Muss, Laserwasserwaage erleichtert das Ganze. Bei geraden Systemen unbedingt die genaue Länge errechnen. Sonst brauchen Sie am Schluss eine halbe Mauerscheibe und die gibt`s nicht. Bei halbrunden Systemen von rechts und links zur Mitte arbeiten. So können Sie bei Differenzen etwas mogeln.

Mauersysteme
Nachdem es in Gärten einen gewissen Trend zu “Natur” und Natursteinen gibt, lassen sich die Betonhersteller Einiges in Sache Natursteinoptik einfallen. So gibt es neben der klassischen und modernen Maueroptik die Natursteinoptik. Z.T. recht gut gemacht, dann aber auch nicht unbedingt billig. Aber Geiz ist Geil is eh out, gell. Ansonsten unterscheiden sich Mauersysteme durch Ihren Aufbau - Vollbeton oder hohl, die Montage - Verklebung mit Mörtel oder loser Aufbau, wie z.B. Legosteine. Für freistehende Mauern ab 1,0 m und Mauern mit Hinterfüllung sind bauliche und statische Konstruktionsvorschriften zu beachten. Stellen Sie sich einfach vor - Sie bauen eine Mauer mit 2 m Höhe und die kippt um. Bei einer Kundschaft schon mal gesehen und die war keine 2 m hoch.

Schalen und Tröge
und andere Accessoires für den Garten Auch hier tritt Beton in Konkurrenz zu anderen Materialien. Sie sollten aufgrund der Gewichte, z.B. Pflanztrog, überlegen, ob der Trog in 10 Jahren immer noch an dem Platz stehen soll. Pflanzkübel wiegen locker über 100 kg - ohne Inhalt.

Licht und Beton
zunehmend werden integrierte Lichtsystem angeboten - nicht unschick. Wichtig dabei ist neben der Lichtplanung - wieviel Licht will ich wo haben, die Verkabelung. Die Kabel sollten auf jeden Fall so sicher verlegt werden, dass sie konstruktiv die nächsten 10 bis 20 Jahre unbeschadet überstehen.

Wir möchten Sie nicht zubetonieren, führen für jedoch gerne Arbeiten mit Betonstein aus.