HOLZ IM GARTEN

 

gibt uns in einer Welt aus Beton, Glas und Metall ein Stück Natur zurück. Dafür muss jedoch in der Regel ein gewisser Pflegeaufwand in Kauf genommen werden. Schäden bei Holzkonstruktionen machen sich oft erst langfristig bemerkbar, können aber vermieden, bzw. reduziert werden.

 

Holz muss atmen und trocknen können. Terrassendielen werden daher in Abständen verlegt, die Unterkonstruktion aus einem widerstandsfähigen Holz gefertigt. Die Dielen werden im Gefälle verlegt, um den Wasserablauf zu beschleunigen. Schwachpunkt jedes Holzes ist eine dauerfeuchte Stelle. Gut sichtbar wird dies bei Pfählen für Stege - Übergang Wasser/Luft und bei eingegrabenen Hölzern - Übergang Erde/Luft. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Stirnseite. Dort ist das Holz offenporig und nimmt leicht Wasser auf. Weiterer Schwachpunkt sind die Verbindungsstellen zweier Holzteile. Hier dringt wohl Feuchtigkeit ein, kann aber schlecht abtrocknen. Vorletzter Schwachpunkt - die Bohrlöcher, speziell bei horizontalen Hölzern, Beispiel Terrassendielen.. Letzter Schwachpunkt - ein Lackanstrich, der nicht “atmen” kann und die Bewegung des Holzes nicht mitmacht. Holz arbeitet, der Lack bekommt (unsichtbare) Risse, Feuchtigkeit dringt ein, kann aber schlecht verdunsten, das Holz fault unter dem vermeintlichen Schutz.

Holz gehört neben Knochen und Stein wohl zu den am längsten verwendeten Werkstoffen der Menschen.

 

Heute wird Holz in vielfältiger Form im Garten verwendet. Eine kleine Auswahl.

 

Terrassen

holzterrasselaerche-thumbEine Holzterrasse wirkt bei Temperaturunterschieden als ausgleichendes Element. An heissen Tagen kühler und an kalten Tagen wärmer, wie z.B. Stein oder gar Metall. “Die Katze auf dem heissen Blechdach” kann ein Miauuuu davon singen.

Ausführung Fa. ZauberGarten

 

Eine Holzterrasse lässt sich wunderbar zu erschwinglichen Kosten ein Stück weit über einen Hang oder einen Teich bauen. Sich an den Terrassenrand setzen, die Füsse im Wasser baumeln lassen und den Lebewesen im Teich zuschauen, das hat schon was.

Terrassenhölzer gibt es in unterschiedlichen Formen und Hölzern.

Die Holzsorten unterscheiden sich auch in ihrem Quell-/Schwundverhalten. Das hat, speziell bei Schwund, seine Auswirkungen, wenn die Dielen mit Abstandshaltern geclippst werden. Die Dielen werden dann locker und klappern.

Die Dielen sollten in Längsrichtung mit Gefälle verlegt werden, um das Abtrocknen zu beschleunigen. Dielen werden immer mit Abstand (ca. 1 cm) verlegt, ebenfalls aus Trocknungsgründen.

Kübel u.ä. sollten beweglich sein, und auch verschoben werden, sonst bilden sich unschöne Flecken auf dem Belag. Das bezieht sich zum einen auf die Dauerfeuchtigkeit unter dem Kübel und zum anderen die fehlende UV-Einwirkung.

 

Sichtschutz

sitzplatzmitsichtschutz-thumbSichtschutzelemente wirken wie Segel. Also auf eine ausreichende Verankerung achten. Die Verarbeitungsqualität prüfen. Billigelement sind oft nur billig geklammert. Holz arbeitet nun mal und Sie können bei´m Auseinanderfallen zusehen. Fast immer fehlen in den Rahmen Abzugslöcher für Wasser. Allerdings kommt es auch auf die gewünschte Dauer der Haltbarkeit an, z.B. bei gemieteten Objekten.

 

 

 

Gartenzaun

vor dem Kauf den Verwendungszweck überlegen. Sollen im Vorgarten nur die Hunde ferngehalten werden, genügt ein niederer Zaun, als Schutz gegen “Einsteiger” sollten es wenigstens 1,50 m sein. Ist der Zaun vorbehandelt, z.B. durch Kesseldruckimprägnierung. Ist die Lattung gut streichbar, Besitzer von sog. Jägerzäunen freuen sich immer wieder auf das Streichen.

 

Beeteinfassung

allseits beliebt sind die sog. Rollis, also halbierte Holzpfähle, die durch zwei Metalldrähte gehalten werden. Relativ einfach und schnell im Boden versenkt und genauso schnell verfault. Eine Stufe besser sind Minipalisaden mit angefrästen Spitzen. Bei einem harten oder steinigen Boden ein schweisstreibendes Unternehmen

 

Abstützung

für Böschung und Hang. Ausgeführt mit Palisaden oder Schwellenhölzern. Palisaden gibt es ab Durchmesser 10 cm bis 16 cm.

Durchaus beliebt und dekorativ sind alte Eisenbahnschwellen, die jedoch durch ihre hohe Teerkonzentration nicht gerade gesundheitsfördernd sind. In einem Garten mit Kindern eine schlechte Wahl. Vergleichbare Schwellen gibt es inzwischen als “Nachbau”. Palisaden gehören rd. 1/3 ihrer Länge in den Boden, am besten einbetoniert. Schwellen müssen gegen den anstehenden Erdruck gesichert werden. Erde übt speziell im feuchten oder nassen Zustand einen unglaublichen Druck nicht nur vertikal, sondern auch horizontal aus. Die Abstützung erdseitig gegen Feuchtigkeit schützen, mind. mit Dachpappe. Das dagegen drückende Wasser über entspr. Drainagen ableiten.

 

Spielgeräte

holzspielhaus-thumbgibt es natürlich fertig oder zum Zusammenbau zu kaufen. Auf TÜV und GS- Zeichen achten. Bei Holzspielgeräten immer wieder mal auf Absplitterungen oder morsche Stellen untersuchen.Kinden entwachsen Spielgeräten oft genauso schnell wie ihren Klamotten. Falls möglich, auf eine “Weiterentwicklung” des Spielgerätes achten. Oder selberbauen. Gerade Spielgeräte für kleinere Kinder müssen nicht technisch aufwendig sein. Grösseren Kindern macht es vielleicht Spass, selber zu bauen oder dabei zu helfen. Ein Spielgerät, an dem mitgebaut wurde, wird meist auch mehr geschätzt und geschont. Bei Schreinern oder Sägewerken gibt es oft Schnittreste aus unbehandeltem Holz, die eigentlich optimal als Spielzeug sind.

 

holzfaeule-thumb
Holzfäule in einer Stufe

Pflaster

Holzpflaster ist je nach Gartenanlage eine interessante optische Komponente. Eine begrenzte Lebensdauer ist vorhersehbar, aber was ist schon für die Ewigkeit. Bei Feuchtigkeit Rutschgefahr, gilt für Terrassendielen,  nasse Fliesen oder geschliffene Betonplatten aber auch.

 

Pflanztrog

Eine gute Alternative, gerade auf Terrassen, Balkonen und Dachterrrassen. Die Einsatzmaterialien gegen Feuchtigkeit sind oft unzureichend und schlecht verarbeitet. Wo Feuchtichkeit durchkommt, fault`s .Für gute Drainage und Wasserabfluss sorgen.

Für Selbermacher: stabile Pflanzeinsätze kaufen und den Pflanztrog aussen rumbauen. Hat jetzt nix direkt mit Holz zu tun, aber dennoch

Die Auswahl der Pflanzen ist mit entscheidend. Frostgefährdete Pflanzen haben hier nichts zu suchen. Genauso wenig Pflanzen, die aufgrund ihres Wachstums, speziell der Wurzeln, in kurzer Zeit die Kapazität ihrer “Behausung” übersteigen.

 

Pergola

eine überwachsene Pergola, s.h. auch Kletterpflanzen ist eine Wucht. Man fühlt sich wie draussen und doch drinnen. Wenn dann auch noch ein Teil überdacht ist, steht einem gemütlichen Abend bei lauen Temperaturen und etwas Regen nichts mehr im Weg.

 

Carport

ist eine Alternative zu herkömmlichen Garagen. Es gibt sie in unzähligen Varianten. Voraussetzung ist die Beachtung der örtlichen Bauvorschriften, u.a. der Brandschutz, sowie die Statik. Von Carportherstellern wird oft die Statik, z.T. der Bauantrag mitgeliefert.Je nach regionalen Verhältnissen sind Wind- und Schneelast besonders zu berücksichtigen. Ein Carport bietet durch seine Dachfläche zusätzlich die Möglichkeit, Regenwasser aufzufangen - wenn nicht, wohin damit?

 

Rankgitter

können als Sichtschutz dienen, einfach zu Verschönerung und als optische Trennung von z.B. Terrasse und Garten. Entscheidend ist allerdings die Wahl der Kletterpflanzen. Ein Rankgitter hält eine Clematis locker aus, bei Blauregen, Efeu oder Wein sieht die Sache anders aus. Ein Blauregen macht aus einem zu dünn dimensionierten Rankgitter im fortgeschrittenen Alter einfach Kleinholz. Auch das Gewicht von ausgewachsenen Kletterpflanzen wird oft unterschätzt. Gerade bei immergrünen Pflanzen oder Kletterpflanzen, die viele Seitentriebe ausbilden, spielt z.B. die Schneelast eine Rolle. Zeitiges Frühjahr, Nassschnee mit ordentlichem Gewicht - das war`s.

 

Garten-/Gerätehaus

Ein Gartenhaus, machmal ein Wunsch, manchmal eine Notwendigkeit. Ist uns schon passiert - Gartenhaus für Kunden aufstellen - gaanz günstig durch Kunde gekauft. Die Dachpappe aufzubringen, war erst mal nicht möglich, da der Tragbalken das Gewicht eines einzelnen Menschen (nicht sehr schwer) nicht aushielt. Oder die Montageanleitung. Nähme Balgen x3F unt mondire mit hollz c15A. Womit ich weniger sprachliche Defizite anprangern will, sonder mehr die z.T. kryptischen Texte, die mehr dem ENIGMA-Code ähneln. Manche Hersteller sparen sich die Blamage und kennzeichnen die Hölzer erst gar nicht. Den Querbalken 60 x 30 x 1500 mit Stützbalken 60 x 30 x 1200 verbinden. Der Kunde hat ja einen Meterstock.. Solange der Kunde selbst montiert, bleibt es bei`m “Ikea Effekt”, wird das Häuschen montiert, geht das richtig ins Geld. Schon für ein kleineres Häuschen sollten Sie ca. 30 bis 50 Arbeitsstunden rechnen. Also vorher gut erkundigen. Häuschen einfach auf die Erde knallen, geht ein paar Jahre gut, dann faulen die Auflagehölzer. Besser auf ein solides Fundament auf Beton oder Betonplatten. Wo`s heftiger weht auf eine Verankerung achten. Die meisten Häuser verfügen über einen Dachüberstand. Vernüntig, gibt aber hässliche Ablaufspuren im Rasen. Fundament also dem Dachüberstand anpassen oder Regenrinne.

 

Unter`m Strich
Holz ist ein unglaublich vielseitiger Werkstoff.
Allen Verwendungszwecken gemeinsam ist: die Langlebigkeit entscheidet sich über Qualität und Verarbeitung des Holzes, die Konstruktion und die Montage.

 

Apropos Montage...
Wer z.B. eine hochwertige Holzterrasse verlegt, sollte auch auf hochwertiges Montagematerial achten. Das bezieht sich vor allem auf die Unterkonstruktion. Für einige Holzarten wird der Einsatz von Edelstahl dringend empfohlen. Bei vermessingten Spaxschrauben wird beim Eindrehen die hauchdünne Messingschicht beschädigt, die Dinger fangen zu rosten an. Neben der Optik von rostigen Schrauben und braunen Holzstellen freut sich Jeder, der solche Schrauben mal rausdrehen muss.

Woran erkennt man einen Hobby-Holzwerker?

Am Rattergeräusch, wenn er Spaxschrauben eindreht.

Auch wenn die Spaxlieferanten jetzt aufjaulen, Torxschrauben sind die bessere Alternative.

 

Noch was zum Aufjaulen
Die gute Einschlaghülse - mag ja auf weichem Boden noch funktionieren. Bei hartem und vor allem steinigen Boden macht sie, was sie will. Wer dann auch noch auf ein genaues Einschlagmass kommen will, kann dann seine unendliche Geduld trainieren, bis das Ding sitzt - vorausgesetzt, es hat bis dahin nicht schon die Spitze verbogen. Hinzu kommt, dass der Blechkörper, in dem der Pfosten sitzt, weitgehend geschlossen ist, Wasser von oben reinläuft, kann aber nur schlecht verdunsten. Feuchtigkeit und Holz - s.h. Anfang. Eindrehhülsen sind eine Spur besser. Wer jedoch wirklich exakt ausrichten will, kommt um`s Löcherbuddeln nicht herum.

 

Gehört irgendwie nicht ganz hierher, aber irgendwie doch.

Was arbeitet Tag und Nacht?

Holz und Erde.

Das erweist sich speziell bei Temperaturschwankungen, z.B. Sommer/Winter bei Gartentüren und Toren als Problem. Trifft im Übrigen auf alle Materialien zu. Wichtig ist daher, Tür/Torhalter und sein Gegenstück unterirdisch möglichst miteinander stabil zu verbinden. Tür/Torangeln sollten verstellbar sein, um entspr. Schwankungen ausgleichen zu können.

 

Die kleine Holzkunde

soll nur ein Hinweis darauf sein, welche Hölzer für den Aussenbereich vorrangig angeboten werden. Durch die "Globalisierung" kommen ständig neue Exoten dazu.

 

Heimische Hölzer

Fichte

gelblich/weiss, dunkelt stark nach, weich, Schutz erforderlich

 

Kiefer

rötlich/weiss, mässig hart

 

Lärche

rötlich, wohl das widerstandsfähigste (bezahlbare) heimische Holz

 

Buche

harte und dichte Oberfläche, wird für den Aussenbereich kaum angeboten

 

Eiche

sehr hart und resistent, gelblich/weiss, selten und kostspielig

 

 

 

Import- und Tropenhölzer

Douglasie

 

 

sibirische Lärche

sehr helles Holz, strapazierfähig

 

Chinesische Zeder

gelblich braun, Nutzbaum aus Südchina, dauerhaft

 

Bangkirai

rötlich/bräunlich, sehr schweres, beständiges Holz

 

Bongossi

heisst auch Eisenholz und das sagt schon alles

 

Cumaru

Herkunft Südamerika, gelblich/rotbraun, Dauerhaftigkeitsklasse 1

 

Itauba

http://www.itauba.de/

 

Kapur

http://www.holzwurm-page.de/holzarten/holzart/kapur.htm

 

 

 

 

Wer mehr über “sein” Holz wissen will, findet Informationen unter:

Import-und Tropenhölzer sind und bleiben ökologisch umstritten. Zumindest sollten Sie auf die FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council) achten. Gute Informationen dazu hält, wie immer, Wikipedia bereit, s.h.

http://de.wikipedia.org/wiki/Holz

 

Eine Möglichkeit, auch heimisches Holz haltbarer zu machen, ist das sog. Thermoholz.

Informationen dazu

http://www.thermoholz-deutschland.de/

 

Holzschutz

Hölzer verfügen über eigene Schutzstoffe, bzw. Härte. Eingeteilt werden Sie in sog. Resistenzklassen. Diese gehen von Resistenzklasse 1 ( sehr dauerhaft) bis Resistenzklasse 5 ( nicht dauerhaft). Inzwischen wird auch nach Dauerhaftigkeitsklassen Klasse 1 (sehr dauerhaft) bis Klasse 5 (nicht dauerhaft) unterschieden.

 

Holzschutz dient zum Einen dem Schutz vor Pilz- und Insektenbefall, Feuchtigkeit und speziell im Gartenbereich der Optik. Holzschutzmittel unterliegen einer Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik.

Unterschieden werden:

  • Chemische Holzschutzmittel mit organischen Lösemitteln oder wasserbasiert
  • Physikalische Holzschutzmittel
  • Lasuren - Dünnschicht, Dickschicht, deckende Systeme
  • Öle
  • Wachse
  • Biologische Holzschutzmittel In der Regel ohne Insektizide, Biozide und Fungizide

Daneben gibt es noch die unterschiedlichen Verfahren, Holz haltbar zu machen, bzw. die Wirkstoffe einzubringen.

  • Streichen und Spritzen
  • Tauchen
  • Druckverfahren (Kesseldruckimprägnieren) Imprägniert wird mit Salzen und einem Farbstoff, grün oder braun.

Das Kesseldruckverfahren ist die intensivste Möglichkeit, die Wirkstoffe in das Holz zu bringen. Es gibt noch eine Vielzahl von weiteren Verfahren, nachzulesen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Holzschutzverfahren

PLANUNG, GESTALTUNG UND AUSFÜHRUNG von Holz im Garten durch