Eine kleine Reise durch die Welt der besonderen Pflanzennamen

Die Adamsnadel
 
hat nichts mit dem abgebissenen Pippau zu tun. Und wer jetzt sonstwas denkt, ist selber schuld.
 
Bezüglich Pflanzennamen haben Menschen schon immer eine ausgeprägte Fantasie entwickelt. Bei den Rosen eben die enspr. Sortennamen, s.h. auch Rosen.
 
Das geht dann von Adonisröschen über das Liebesröschen zu den ausgewachsenen Rosen.
 
Wobei nicht immer Rose drin ist, wenn auch Rose draufsteht.
 
So ist die Bergrose ein Rhododendron, rh. ferrugineum, die Lorbeerose ein Kalmia, die Stockrose eine Alcea. Das Rosenkleid,rhodochiton atrosanguineus wiederum ist eine Kletterpflanze aus Mexiko.
 
Teilweise haben die Namen jedoch durchaus einen realen Bezug. Entweder zu Aussehen oder Erkenntnissen. Zum Teil auch mit Mythen und Erzählungen.
 
 
 
Das Fischen im „Netz“ fördert einerseits erstaunliche Namen zu Tage, andererseits ist es bei der Fülle der Einträge nicht möglich, wirklich jeden Namen, bzw. seine Synonyme zu überprüfen. Trotzdem viel Spaß bei meiner sehr subjektiven Auswahl.
 
 
 
Denn mal ehrlich. Möchten Sie unbedingt auf der Drachenweide einem Bärenklau begegnen, der Sie aus seinem Frühlingsteufelauge anfunkelt, noch dazu mit einem Teufelskrückstock bewaffnet.
 
Das kann bei einem Gärtner leicht zu frühem Gärtnertod führen.
 
 
 
Nicht immer alphabetisch geordnet können Sie sich jetzt auf einen Streifzug durch die schaurig-schöne Welt der Pflanzennamen begeben.

A

Aasblume,stapelia
 
Der Geschmack ist bekanntlich verschieden.
 
Aasblumen strömen einen aasartigen Geruch aus, um, na was schon, Aasfliegen zum Zwecke der Bestäubung anzulocken.
 
Stapelien gehören zur Familie der Hundsgiftgewächse, kommen aus Afrika und bei uns eigentlich nur in botanischen Gärten zu beriechen.

Abgebissener Pippau, crepsis praemorsa
 
natürlich nicht zu verwechseln mit dem Abgebissenen Weichhaar-Pippau, crepis mollis subsp. kernen, gell.
 
blüht gelb im Mai/Juni, wird 20 bis 60 cm hoch und ist höchst selten.
 
Die Pippaus gehören zu den Korbblütlern (Asteraceae). Wer so richtig viele Pippaus sehen möchte findet sie mit Foto unter: http://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Gattungen/Crepis.htm

Adamsnadel, laburnocytisus adamii
 
soll auch ein volkstümlicher Name für die beliebte Yucca sein. Dabei handelt es sich NICHT um eine frivole Bezeichnung von, naja Sie wissen schon, sondern um einen sog. Goldregengeissklee. Dabei wurde von einem gewissen J.L.Adam aus Vitry/Paris 1825 ein Purpurgeissklee auf Goldregen veredelt. Diese Chimäre ist insofern einzigartig, als eine Reproduktion derselben bisher nicht gelang. Alle Exemplare entstanden durch die vegetative Vermehrung des "Adamzweiges".

Adonisröschen, adonis
 
Ein Adonis wären wir Männer alle gerne. Ohne sein Ende natürlich. Der griech. Mytologie nach, wurde er von Ares getötet. Aphrodite verwandelte sein Blut in das Adonisröschen. Der Name bezieht sich dabei auf die rot blühenden Arten, z.B. adonis flammea. Weitere Namen finden sich unter F

Auferstehungspflanze, selaginella lepidophylla
 
kommt aus der Wüste von Mexiko, wird mit der Rose von Jericho verwechselt, die kommt aus dem Raum Nordafrika und Südiran

Augentrost, euphrasia officinalis
 
auch Lichtkraut oder Augendank genannt, wird tatsächlich u.a. auch für Augenprobleme eingesetzt
 
Niedlicher Augentrost, euphrasia minima
 
oder Zwerg-Augentrost
 
einjährig, bevorzugt kalkarme Böden in den Alpen. Alle "Augentröster" hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen - eine Auswahl. Der blaue Augentrost, der Gemeine Augentrost, Kerners (nein, nicht Show) Augentrost, Salzburger Augentrost usw. Der Name schützt ihn allerdings nicht und so wurden 1997 46 Augentrostarten in die Rote Liste aufgenommen (Wikipedia). Die Augentrostarten gehören zu den sogen. Halbschmarotzern und werden in der Alternativmedizin verwendet.

Alpenrachen, tozzia alpina
 
Wer in den Schlund des Alpenrachens fällt hat eigentlich nichts zu befürchten, ausser der wissenschaftlichen Erklärung. Orginal aus wikipedia: Mit einem holoparasitischen Jugend- und einem hemiparasitischen Blühstadium ist die Art ein Bindeglied zwischen Halb- und Vollschmarotzer - alles klar? Wer sich weiterbilden will, tut dies unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Alpenrachen
 
Er wächst auf vorw. kalkhaltigen Boden in den Alpen und Voralpen, von den Pyrenäen bis zum Balkan.Als Halbschmarotzer sind sie auf eine Wirtspflanze angewiesen.

Alpenweide, salix alpina
 
Wenn ich es richtig verstehe, in Deutschland ausgestorben oder verschollen. Logische Folge: nach BArtSchV nicht besonders geschützt!
 
 
angeboten??

Altertümlicher Klappertopf, rhinanthus antiquus
Die Samen klappern in den reifen Früchten, daher der Name.
Grosser Klappertopf, rh. angustifolius
 
wurde 2005 zur Blume des Jahres gewählt
Begrannter Klappertopf, rhinantus glacialis
 
gilt als sog. Halbschmarotzer und kommt auf den beiden Heiden (Kissing und Königbrunn) bei Augsburg vor.


Amerikanischer Baumwürger, celastrus angulatus (scandens?)

 
Celastrus scandens ist wohl der richtige Name für den amerikanischen Baumwürger.
 
Celastrus angulatus ist der Kantige Baumwürger und Celastrus orbiculatus ist der Rundblätterige Baumwürger - naja, elende Baumwürger sind sie alle.

Aufrechtes Glaskraut, parietaria officinalis
 
Syn. Parietaria erecta, hat nix mit Viagra oder so zu tun, wurde früher zur Reinigung von Glas verwendet, gilt als Heilpflanze und als harntreibend.
 
Wird auch bei Blasen-und Nierenleiden verordnet.

B

Bärenklau, heracleum
 
der wehrt sich auf seine eigene Art und Weise und ist bei Berührung giftig.
 
Die Steigerung ist der Riesenbärenklau oder Herkulesstaude
 
Wird wirklich riesig (über 3 m) und ist bei Berührung EXTREM GIFTIG. Zweifelhafter Ruhm - 2008 Giftpflanze des Jahres.

Bärenohr, arctotis
 
Bären haben es in Bayern ja nicht einfach, wenn er nur ein Ohr verliert, kann er sich glücklich schätzen. In Ihrem Garten taucht das Ohr dann als Bärenohr "Roter Teufel, arctotis Harlekin x Red Devil wieder auf.
 
Es kommt aus dem Süden Afrikas, also da, wo`s die vielen Bären gibt, ist wohl mehrjährig, aber nicht winterhart, Blüte von Juli bis Oktober

Nicht nur Bären haben Ohren

Durchwachsenes Hasenohr, bupleunum rotundifolium
 
wird im Frühjahr ausgesät, buschig, H x B ca. 60 x 30, sonniger Standort.

Ein richtiger Hase hat natürlich auch einen Schwanz, daher gibt es das
 
Hasenschwanzgras, lagurus ovatus
 
kommt aus dem Mittelmeerraum, also bei uns nicht winterhart, wird im zeitigen Frühjahr in sandigem Boden ausgesät.

Baum der Reisenden, ravenala madagascariensis
 
gilt als Wappenbaum von Madagaskar und gehört zu den wenigen Pflanzen, die durch Säugetiere bestäubt werden.

Beinbrech, narthecium ossifragum
 
gehört zu den Moorlilien, bricht keine Beine, ist aber giftig
 
Auf Magerboden wachsend, wurde er für Knochenbrüche bei Vieh verantwortlich gemacht - Grund: Kalkmangel im Boden führte zu Knochenbrüchen.

Beißkohl, beta
wohl bekannter als Mangold, weitere Namen Römerkohl oder Rippenkohl und gehört eigentlich zu den Rüben...und braucht Keinen Maulkorb!
feine Mangoldrezepte gibt`s unter: http://www.chefkoch.de

Bergkaffee, coffea arabica
 
Milch kommt aus der Tüte, Wasser aus dem Hahn, Kaffee aus dem Glas oder der Tüte. Was es mit coffea arabica auf sich hat? s.h. http://de.wikipedia.org/wiki/Bergkaffee

Bischofsmütze, astrophytum
 
wird nicht auf dem Kopf getragen, sondern landet im Kochtopf und heisst eigentlich Patisson Kürbis. Rezepte finden sich unter: http://www.daskochrezept.de

Blaubart, caryopteris
hat nichts mit Käpt`n Blaubart zu tun.
 
Ich musste eine Zeitlang suchen, aber für die Bartblume gibt es tatsächlich auch den Namen Blaubart. Die Bartblumen sind wahre Schmetterlingslieblinge, blühen im Sommer unermüdlich und mögen es sehr sonnig, auch trocken.

Blutauge, potentilla
 
genauer Sumpfblutauge, potentilla palustris, hat diesen schaurigen Namen gar nicht verdient, liebt es sehr, sehr feucht, steht auch auf der roten Liste und sollte an keinem Teich fehlen.

Braut in Haaren, nigella damascena
 
wurde vermutlich aus dem vorderen Orient eingeführt und früher viel in Bauerngärten verwendet.
 
Ein weiterer von mehreren Namen ist Jungfer im Grünen. Verwendet wird sie in der Naturheilkunde und Bestandteil von Parfüms und Lippenstiften.

Brenngurke, loasa tricolor
Ihre Heimat ist Chile und Argentinien, einjährig und begrenzt winterhart.
Bei weiterem Interesse: http://www.chileflora.com

Brennpalme, caryota urens
Das Fruchtfleisch verursacht bei Berührung ein starkes Brennen auf der Haut.

Brennwinde, caiophora lateritia
Voller Name: Ziegelrote Brennwinde, einjährige Kletterpflanze bis zu 3 m

Buddafinger, citrus
eine Erklärung habe ich noch nicht gefunden, aber unter den unzähligen Citrusfrüchten könnte durchaus ein "Buddafinger" sein.

C

Chinesenprimel, primula praenitens
Wer das für einen Witz hält, täuscht sich. Sie wurde vor einigen hundert Jahren von Pflanzenzüchter in China veredelt und gelangte Anfang des 19. Jahrhundert nach Europa.

D

Deutsche Hundszunge, cynoglossum germanicum
wird unverschämter Weise oft mit der gewöhnlichen Hundszunge verwechselt, was z.B. Besitzer deutscher Schäferhunde auf die Palme bringen kann.

Deutsches Süssholz, glycyrrhiza glabra
Wer Süssholz raspelt, liegt damit eigentlich ganz richtig. Sehr verkürzt wird aus Süssholz Lakritze hergestellt. Die Finnen gehen noch weiter und produzieren einen Lakritzschnaps - na dann Prost.
Unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Glycyrrhiza_glabra erfahren Sie alles über Süssholz.

Drachenweide, salix Sekka
besticht durch ihre Verbänderungen, die durch einen Virus verursacht werden. Nach dem Schnitt die Schere desinfizieren, um eine Verbreitung zu verhindern.

Überhaupt haben es uns die Drachen angetan. So gibt es
den Drachenbaum, die Drachenagave, die Drachenaloea, das Drachenblatt, das Drachenmaul, den Drachenwurz und den
 
Türkischer Drachenkopf, dracocepehalum moldavica
lockt Bienen an, die Blätter duften nach Zitrone, Aussaat im Frühling, H x B ca. 60 x 30

Dreiweibige Runkelrübe, beta trigyna
oder dreigrifflige Runkelrübe scheint eine Wildform der Runkelrübe, besser als Zuckerrübe bekannt, zu sein.

was ist ECHT, was ist FALSCH ??

E

echt
also echt, dieses Prädikat hat sich eine Reihe von Pflanzen verdient.
Das geht bei A wie echter Aloe an und hört bei T wie echtes Tausendgüldenkraut wahrscheinlich nicht auf.

Und dann gibt`s da noch das
 
Elefantenohr, Haemanthus albiflos
stammt aus dem Kapland (Südafrika), gehört zu den Amaryllisgewächsen und hört auf den schaurig-schönen Namen "Weißblühende Blutblume". Der Name Blutblume bezieht sich auf die blutroten Blütenstände der anderen Elefantenohren.
Lt. Wiki wird als Trivialname auch das Riesenblättrige Pfeilblatt (Alocasia macrorrhizos) sowie Kalanchoe beharensis, ein Dickblattgewächs und die Scheibenanemone (Amplexidiscus fenestrafer) als Elefantenohr bezeichnet.

Zu einem Elefantenohr gehört natürlich auch ein
 
Elefantenfuss, Beaucarnea recurvata
gehört zu den Agavengewächsen, wird auch als Flaschenbaum oder Wasserpalme bezeichnet.
Mit seiner verdickten Basis (Elefantenfuss) und dem dünnen oberen Teile ähnelt die Pflanze einer Flasche. Die Anordnung der Blätter ähnelt entfernt einer Palme und sie kann rel. viel Wasser speichern.

F

als falsch eingestuft werden:
falsche Akazie, falsche Alraunwurzel, falsche Anemone, falsche Fuchssegge, falsche Heckenrose, falsche Heide, falsche Hundsrose, falscher Winterrinde, falscher Christusdorn, falscher Dalmatiner Schwingel, falscher Jasmin, falscher Schafschwingel, falscher Hahnenfuss, falsches Heidekraut, falsches Salomonsiegel, falsches Salomonsiegel, falscher Nieswurz, falscher Mousseron, falscher Kubebenpfeffer.
Sollte Ihnen Ihr Gärtner SOWAS anbieten, glauben Sie ihm kein Wort mehr!

Frauen
haben es wohl auch den Botanikern angetan. So gibt es u.a.
den behaarter Frauenschuh, cypredium parviflorum var. Pubescens, gehört zu den wildwachsenden Orchideenarten, steht auf der roten Liste und ist streng geschützt
das immergrüne Frauenhaar, adiantum venustum, das
Frauenherz, dicentra spectabilis
Bei Frauenherz kochen die Emotionen und die Fantasie natürlich hoch. Daher noch eine ganze Reihe von weiteren Namen dafür. Tränendes Herz, Blutendes Herz, Falsches Herz, Marienherz, Gebrochenes Herz, Herzblume, Jungfernherz, Männerherz??, Fliegendes Herz, usw. Zumindest wird das auf der Seite http://www.zauber-pflanzen.de/dicentra.htm so dargestellt.
Dort können Sie sich übrigens auch über Wetterpflanzen, Liebespflanzen, Zauberpflanzen, Hexenpflanzen und sonstwas aufklären lassen.
Dann gibt`s noch :
den Frauenmantel, alchemilla
die Frauenminze, tanacetum balsamita
den behaarten, gelben, getüpfelten, gross- und kleinblütigen, kurstängeligen Frauenschuh und natürlich den Frauenspiegel
Das
 
Braunmägdlein
 
hat nur dem Namen nach etwas mit Frauen zu tun, eher mit Männern (s.h. Adonisröschen), denn es handelt sich um das Adonisröschen, das noch mit folgenden Namen aufwarten kann:
 
das
 
Frühlingsteufelsauge
 
ein geradezu infernalischer Name für das "harmlose" Adonisröschen, Adonis vernalis.
 
Gilt verarbeitet als Heilpflanze für Herzbeschwerden, ist allerdings unverarbeitet hoch giftig. Im Vorkommen gefährdet, steht es unter Naturschutz.
 
Weitere Namen: Ackerröschen, Adoniskraut, Adonisröschen, Frühlings-Adonisröschen, Frühlingsteufelsauge, Nieswurz, Teufelsauge, Ziegenblume.

G

Als Gartengestalter habe ich Gottseidank mit Schnittblumen nichts zu tun. Insofern kann ich den folgenden Namen gelassen sehen.

 
Gärtnertod, eigentlich Milchstern, Ornithogalum
Etwas freundlicher ist die Bezeichnung Gärtnerschreck. Hintergrund ist die lange Blütezeit, wie auch die lange Haltbarkeit als Schnittblume in der Vase.
Weitere Namen: Stern von Bethlehem, gemeint ist dabei Ornithogalum umbellatum, Vogelmilch
Eine gänzlich andere Namenserklärung habe ich in einem der Blog`s gefunden: "die nette Formulierung Gärtnertod kann ich absolut bestätigen, ich kämpfe immer noch mit diesen jahrelang verwilderten Brutzwiebelchen."
 
Nicht nur Menschen können gemein sein, auch vor folgenden gemeinen Pflanzen sei gewarnt:
Gemeiner Feinstrahl, Gemeine Kuhschelle, Gemeiner Löwenzahn, Gemeiner Augentrost, Gemeiner Seidelbast, Gemeiner Kellerhals,

Gemeiner Beifuß, weitere Namen: Gewürzbeifuß, Beifuß, Besenkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Johannesgürtelkraut, Jungfernkraut, Sonnenwendkraut, Weiberkraut, Werzwisch, Wilder Wermut, Wisch (Wikipedia)

Gemeine Waldrebe clematis vitalba
weitere Namen: Judenstrick, Jutenstrick, Teufelsseil, Teufelsstrick
Als Kinder/Jugendliche haben wir das Zeugs, also die dickeren Stengel, geraucht.

Gemeine Wegwarte, cichorium intybus
war Blume des Jahres 2009, gilt als Heilpflanze und Gemüse

Gewöhnliche Hundszunge, cynoglossum officinale
Eine interessante Erklärung findet sich unter: http://www.sagen.at/ Im Suchfeld oben einfach Hundszunge eingeben.

wahrscheinlich von Atheisten genmanipuliert, das
Gottvergess, ballota(nigra)

Grüner Mörder, Amanita phalloides, Grüner Knollenblätterpilz
Ist wohl keine Pflanze, sondern ein Pilz, aber den Namen wollte ich mir nicht entgehen lassen. Rd. 90% aller tödlichen Pilzvergiftungen gehen auf sein Konto.

H

Überhaupt hat es uns auch der Hund angetan.
Das geht von Hundsgift über Hundsrose, dem Hundszahn bis geaderte Hundszunge.
Mit ein paar besonderen Namen trägt hier auch die Herbstzeitlose, Colchicum autumnale bei, nämlich: Hundsblume, Hundshode und Hundsknofel.
Und wo der Hund ist, ist die Katze nicht weit, z.B. als
Kätzchenweide oder Katzenpfötchen bis zum Katzenschwanz

I

Igelgurke, Echinocystis lobata, frei übersetzt "aufgeblasener Igel".
wird auch als Stachelgurke oder Gelappte Stachelgurke bezeichnet. Die einjährige Kletterpflanze bildet stachelige Früchte aus, im Aussehen grob wie unreife Kastanien. Wurzel und Beeren beinhalten giftige Bitterstoffe.

J

Juckpulver kennen noch die Meisten, aber Juckbohne?
Juckbohne, Mucuna puriens
oder Juckfasel. Sie verdient sich ihren Namen durch ihre Früchte, die dicht mit stark reizenden Haaren bedeckt ist. Lt. Wiki leitet sich der Name aus dem Tupiwort mucunan (Juckbohne, Juckfasel) und dem lateinischen "pruriens" (juckend) ab.

K

Der mit dem Knoblauch tanzt oder so
Knobiflirt, Tulbaghia violacea
auch bekannt als Kaplilie oder Wilder Knoblauch dient als Knoblauchersatz (angeblich ohne Mundgeruch). Andere verwenden ihn als Wunderwaffe gegen Wühlmäuse und Maulwürfe.

Korkenzieherakazie, robinia pseudoacacia Tortuosa
wird an die 12 m hoch, weisse Blütentrauben im Juni

Korkenzieherhasel, corylus avellana Contorta
die Zweige sind bizarrer wie bei der Korkenzieherweide, wächst deutlich langsamer, kann durchaus 4 bis 5 m Höhe erreichen. Im Winter mit Reif oder Schnee ein imposanter Anblick. Bekommt wie die Haselnuss Früchte. An der Veredelungsstelle kommt es immer wieder zu Austrieben der normalen Haselnuss.

Korkenzieherweide, Salix Tortuosa
 
wird bis zu 8 m hoch, Äste durch die Aufwärtsstellung bei Nasschnee bruchgefährdet
 
Die Lockenweide, salix erythroflexuosa, eine Kreuzung aus Salix Tortuosa und Salix alba Tristis hat eine ähnliche Wuchsform, bleibt mit ca. 5 m Höhe etwas kleiner, Triebe rötlich

Frustrierend
VOR JAHREN habe ich einen richtigen Korkenzieher eingegraben, gegossen, gut behandelt und ... NIX.

L

Löwenzahn im Rasen
 
treibt so manchen in den Wahnsinn. Seinen "Feind" sollte man kennen, denn es gibt den Alpen-, den Gemeinen-, den Krausen-, den Schweizer-, den Sumpf-, den Gewöhnlichen,- Löwenzahn. Und das sind noch nicht Alle!
Und damit ist das Thema Löwenzahn noch lange nicht zu Ende. Die Namensvielfalt scheint grenzenlos zu sein. Eine Auswahl.
 
Augenmilch, Augenwurz, Bärenzahnkraut, Bayrischer Enzian, Beddschìssa, Bettpisser, Blindblume, Brummer, Butterblume, Butterstecker, Eierkraut, Franzosensalat, Hahnenspeck, Hundeblume, Judenblume, Kettepösch, Kettenblume, Kuhblume, Kuhlattich, Kuhscheiß, Laternenblume, Lichtbloom, Märzblume, Maiblume, Marienzahn, Melkdistel, Milchdistel, Milchstöck, Pfaffendistel, Pappenstiel, Pfaffenkopf, Pfaffenplatte, Pfaffenröhrlein, Pferdeblume, Pusteblume, Ringelblume, Röhrlkraut, Schäfchenblume, Schweineblume, Saurüssel, Sonnenwurzel, Teufelsblume, Wiesenlattich, wilde Zichorie.
 
"Bei uns heißt Löwenzahn Kuhblume."
 
"In Sachsen heißt Löwenzahn 'Hundeblume', warum weiß ich nicht."
 
"Bei uns im Allgäu heisst der Löwenzahn -Krottenblume."
 
"Hallo, also der Löwenzahn heisst bei uns im tiefsten Bayern "Millidischl", also "Milli" ist die Milch und "Dischl" wird wahrscheinlich von der Distel her abstammen!"
 
Damit ist in der Regel der
 
Gewöhnliche Löwenzahn, Taraxum sect. Ruderalia
 
gemeint, der zur Familie der "Löwenzähne", Taraxum gehört – und sollte nicht mit dem Löwenzahn, Leontodon verwechselt werden, der seinerseits auch auf die Namen Milchkraut oder Schaftlöwenzahn hört.
 
"Löwenzahn" ist auch eine Kinderserie des ZDF, dessen Vorgängersendung sinnigerweise unter dem Titel "Pusteblume" lief (Wiki).
 
Auch im Netz gefunden:
 
"Taraxacum officinale ssp. officinale
 
Der Taraxacum officinale ssp. officinale ist von groß Größe, und kann bis 5 m Höhe erreichen; im Sommer nimmt sie eine weiss Färbung an. Es handelt sich um immergrüne Pflanzen, die die Blätter während des ganzen Jahres behalten." ... Ich konnte beim besten Willen nicht herausfinden, um welche Pflanze es sich handelt.

N

Endlich etwas Erotik in der Pflanzenwelt, nämlich die
Nackte Jungfer, Colchicum autumnale
im Englischen Naked Lady, in Deutschland Giftplanze des Jahres 2010. Der Name bezieht sich wohl darauf, daß ihre Blüte ohne Blätter dasteht. Nach einer anderen Erklärung sei sie einfach zu faul, ihre Blöße mit Blättern zu bedecken. Hinter dem Namen verbirgt sich nämlich die Herbstzeitlose, die, vereinfacht gesagt, im Frühling ihre Blätter austreibt und im Herbst blüht, während die Blätter schon nicht mehr zu sehen sind.

O

So, wie es einen Kellner und einen Oberkellner gibt, gibt es auch einen
Oberkohlrabi.
Maßlos übertrieben, weil der auch nur der normale Kohlrabi ist.
Dann gibt`s noch den
Unterkohlrabi
besser bekannt als Kohlrübe, Steckrübe oder Schmalzrübe, Brassica napus var. Napobrassica. Hört auch auf den bezaubernden Namen Oldenburger Ananas.

P

Wenn uns jemand auf die Palme treibt
sollten wir uns schnell beruhigen, sonst müssen wir uns für eine Palme entscheiden. Und das könnte schwierig werden.
Das geht nämlich bei der Amaragopalme an oder Sie suchen sich die Bismarckpalme aus oder testen die Geleepalme. Die Honigpalme wäre zu empfehlen, von der Hurrikanpalme würde ich abraten. Na gut, dann eben auf die Zwergpalme.

Q

Q war und ist wohl nicht sonderlich beliebt. Es finden sich rel. wenig Pflanzen mit diesem Anfangsbuchstaben. Dafür kann hier die Quecke auftrumpfen. So finden sich u.a. die Gemeine Quecke, die Hundsquecke, die Lockerblütige Bastardquecke und einige mehr.
Dann gibt`s noch den
Queckenreis, Leersia oryzoides
Wird auch als Eropäische Reisquecke oder Wilder Reis bezeichnet und gilt im Vorkommen in Deutschlad als gefährdet

R

Ist halt ein kleines Sensibelchen, das
Rühr mich nicht an, Impatiens noli-tangere
Heißt lt. Wiki auch Großes Springkraut, Echtes Springkraut oder Altweiberzorn und blüht gelb. Es wird wohl öfters mit dem
Drüsigen Springkraut, Impatiens glandulifera, verwechselt, das rosa blüht und vielerorts als Neophyt (Eindringling) bekämpft wird.
Seinen Namen verdankt es seinem Verbreitungsmechanismus, da bei Berührung die Samenkapseln aufschnellen und die Samen meterweit verstreuen.

Und die Konservativen hatten mit ihrer Warnung, "die Russen kommen" doch recht. Jetzt haben wir den Salat. Nämlich mit dem
Russenkraut, Heracleum mantegazzianum
Besser bekannt als Riesenbärenklau. Gilt als giftig bis sehr giftig, speziell unter Sonneneinfluß
Wer will, kann sich ja nebenbei noch das Lied der EAV Erste Allgemeine Verunsicherung "Die Russen kommen, reinziehen. http://www.youtube.com/watch?v=4VajZMNyT2U

S

Wer sich heimwerkerisch betätigen will, kann ja mal den
Sägeblatt-Kaktus, Epiphyllum anguliger
ausprobieren. Wird auch als Fischgrätenkaktus bezeichnet und fühlt sich bei entspr. Bedingungen (Wintergarten o.ä.) sogar bei uns wohl.
Und wer das jetzt nicht lustig findet, den bezeichne ich als
Sauersack, Annona muricata
heißt auch Stachelanemone
Von diesen "Sauersäcken" gibt es wohl mehr als 100 Arten in den Tropen und Subtropen. Entgegen dem Namen, bringen sie wohlschmeckende Früchte hervor und werden daher in einigen Ländern kommerziell angebaut.

SCH

Eigentlich keinen Grund zum Schämen hat die
 
Schamblume, Clitoria ternatea
 
auch als Schmetterlingserbse oder Blaue Klitorie bekannt. Eine mehrjährige tiefblau blühende Kletterpflanze, in vielen tropischen Ländern verbreitet. Die essbaren Blüten werden als natürliche Lebensmittelfarbe verwendet. Der lateinische Name bezieht sich wohl auf das Aussehen der Blüte.
 
Ebenfalls als Schamblume bekannt, ist die
 
Schamblume, Aeschynanthus
 
Die Namensherkunft scheint nicht eindeutig geklärt. Evtl. aus den griechischen Wörtern für Scham und Blume, evtl. von der rötlichen Blütenfarbe.
 
Rd. 180 Arten dieser Gattung schämen sich ihres Dasein`s in Asien und Ozeanien nicht.

 
Ebenfalls für Handwerker gedacht ist wohl der
Schraubenbaum, Pandanus amaryllifolus, (Syn. Pandanus odorus, Pandanus latifolius)
Wird häufig mit dem Drachenbaum verwechselt, aber was tut ein Handwerker schon mit einem Drachenbaum. Untrügliches Erkennungszeichen: Die langen schmalen Blätter sind wie bei einem Schraubengewinde spiralenförmig angeordnet. Bekommt in einigen Jahren Stelzwurzeln, die ihn aus dem Topf heben und müßte daher eigentlich Stelzwurzeliger Schraubenbaum heißen – nur so ein Vorschlag. In Finnland bestellen Sie einfach einen Kairapalmu, in Indonesien einen Daun pandan.

ST

Wer mit seinem Nachbarn Stress hat, kann`s ja mal mit einer Stink-Attacke probieren. Dazu pflanzen Sie z.B. eine stinkende Heckenkirsche, die Japanische Stinkeibe, den Stinkstrauch, Anagyris foetida, dazu die stinkende Nieswurz, daneben den stinkenden Gänsefuss und einen Stinkwacholder.
Das stinkende Wanzenkraut, cimicifuga europaea ist sozusagen die ultimative Mehrzweckwaffe - stinkend und Wanzen, das hält KEINER aus.
Nützt das alles nix, laden Sie ihn auf einen Stinksalat, aposeris mit Stinkkohl, symplocarpus ein.
Ganz nebenbei können Sie Ihn/Sie mit ihrem glänzenden Wissen frustrieren. Daß nämlich der
Stinksalat, Aposeris nucifera
auch Stinkender Hainsalat, Stink-Lattich, an anderer Stelle Gelber Stinkkohl genannt wird, vom Aussehen an den Löwenzahn erinnert und einen weißen stinkenden Milchsaft beinhaltet. Oder z.B. der
Stinkkohl, Symplocarpus foetidus
der auch Kugelkolben, Stinktierkohl heißt, in seiner Heimat, den Nordamerikanischen Sümpfen als Skunk Cabbage sein Dasein fristet. Die Krone setzen Sie dann auf, wenn Sie aus Wikipedia zitieren:
"Als homoiotherm (auch: homöotherm oder gleichwarm) bezeichnet man in der Zoologie Tiere, die ihre Körpertemperatur selbst regulieren können und somit in ihrer Aktivität nicht von der Außentemperatur abhängig sind
Relativ unbekannt ist, dass es auch homoiotherme Pflanzen gibt, beispielsweise den Stinkkohl Symplocarpus foetidus, der selbst bei Außentemperaturen von unter 0°C konstant eine innere Temperatur von 20° C halten kann, da in den Mitochondrien des Blütenstiels Wärme erzeugt wird."

T

Wenn man vom Teufel spricht, ist der ja nicht weit – und nähert sich listig als
 
Teufelskrückstock, aralia elata
weitere Namen: Japanischer Angelikabaum, Stachel-Aralie, kriegt riesige Blütendolde, treibt Ausläufer
Aehrige Teufelskralle, phyteuma spicatum
Eirunde Teufelskralle, phyteuma ovatum
Siebers Teufelskralle, phyteuma sieberi
Steirische Teufelskralle, phyteuma zahlbruckneri
Fahren Sie in ein aussereuropäisches Land, sind Sie vor der Teufelskralle, phyteuma.. sicher. Die kommt nur in Europa vor.
Sollten Sie jedoch nach Afrika fahren, begegnet Ihnen die Teufelskralle erneut.
Jedoch als harpagophytum procumbens. Die wiederum wird als Heilpflanze verwendet.
Und zu einer Teufelskralle gehört natürlich auch ein Teufelskopf, euryale ferrox, ein Teufelsapfel, citrullus colocynthis, in dem der Teufelsabbiss, succisa pratensis zu sehen ist. Und wer dann noch mit der Teufelskeule, oplopanax horridus eine drüberkriegt, braucht ein Teufelszwirn, liycium zum Wundverschluss.
Und damit nicht genug; da gibt`s dann noch den, die, das
Teufelspeterlein, Conium maculatum L.
Gehört zu den giftigsten Doldenblütlern, wird auch als Gefleckter Schierling bezeichnet und soll für den bekannten Schierlingsbecher verwendet worden sein, der den griechischen Philosophen Sokrates in`s Jenseits beförderte.
Teufelsauge
auch bekannt als Adonisröschen, Blutauge, Böhmische Nieswurz, Falsche fenchelblättrige Nieswurz, Falsche Nieswurz, Frühlings-Adonisröschen, Frühlingsteufelsauge, Frühes Adonisröschen, Feuerröschen.
Teufelskirsche, Atropa
Bei uns wohl am bekanntesten ist die hochgiftige Schwarze Tollkirsche, Atropa belladonna. Derr Gattungsname Atropa leitet sich übrigens von Atropos, der griechischen Schicksalsgöttin, ab, die Art und Weise der Todesart eines Menschen wählte.
Wer so garstig-giftig ist, bekommt natürlich (im deutschen Sprachraum) noch eine ganze Reihe von Namen verpasst. Als da wären:
Beckedorn, Bennedonne, Bollwurz, Burchert, Giftkriesie, Hirschweichsel, Irrbeere, Judenkirsche, Krötenstrauch, Rattenbeere, Römerin, Säukraut, Sautod, Schafsbinde, Schlafkirsche, Schlafkraut, Schlangenbeere, Schwindelbeere, Schwindelkirsche, Teufelsbeere, Teufelsbinde, Teufelskirsche, Tollbeere, Tollkirsche, Tollkraut, Tollwurz, Waldkriesi, Waldnachtschatten, Walkenbaum, Walkerbaum, Windbeere, Wolfsaugen, Wolfsbeere, Wolfskirsche, Wolfskriesi, Wutbeere.
Wobei ich nicht für die Richtigkeit jedes gefundenen Namens meine Hand in`s Fegefeuer legen möchte.
Listigerweise hat sich der Teufel nicht auf die Pflanzen beschränkt, sondern treibt sein Unwesen auch als
Teufelskärpfling, Cyprinodon diabolis
der seinerseits zur Familie der Wüstenkärpflinge zählt und zur Ordnung der Zahnkärpflinge gehört.
Logischerweise lebt der Teufelskärpfling im Devils`s Hole in Nevada (Wikipedia).
Und wenn dem Teufel mal langweilig ist, dreht er einen
Teufelsstrick, die Gemeine Waldrebe, Clematis vitalba
oder ein
Teufelsseil, ebenfalls die Gemeine Waldrebe, Clematis vitalba
oder ein
Teufelszwirn, Gemeiner Wolfsdorn, Lycium barbarum

U

Vom Sehen und übersehen.
Ein Widerspruch in sich. Etwas übersehen, doch sehen und einen Namen geben.
Es beklagen sich: die übersehene Kresse, das übersehene Fingerkraut und weitere
 
"Übersehene", die eben übersehen werden.

Wer dem armen Pflänzlein DEN Namen verpasst hat...
 
Urnenpflanze, Dischidia pectenoides
 
Evtl. kommt der Name von den aufgeblasenen Blättern, die doppelwandig innen hohl sind und als Wasserspeicher dienen. Die folgende Beschreibung, im Netz gefunden, konnte ich mir nicht verkneifen:
 
"Habe die Pflanze auch vor einem Jahr geschenkt beckommen.Sie heißt Dischidio und kommt aus den Reisfeldern Teiland. Wie auch das Schnekenhaus. Bei mir steht sie auf dem Wohnzimmertisch und ich stelle sie alle 14 tage in einer schüssel mit Wasser ca. 20 minuten. Bei mir hat sie mermals schon geblüt und gewachsen ist sie auch. Sie hat roser fabene kleine Blüten."

V

Wahrscheinlich selten gesehen, weil sie sich versteckt, die
Versteckblüte, Cryptanthus acaulis
Gehört zu den Bromeliengewächsen, stammt wohl aus Brasilien und nachdem zum Versteckspielen mindestens zwei gehören, gibt es noch die
Versteckblüte, Crypttantus bivittatus
die zur gleichen Familie der Bromelien gehört.

W

Waldmeister, Galium odoratum
Waldmeisterbowle ist vielen bekannt, aber wer kennt den Waldmeister schon als Duftlabkraut, Gliedkraut, Gliederkraut, Halskräutlein, Herzfreude, Herzfreund, Herzensfreund, Leberkraut, Mäschtee, Magerkraut, Maiblume, Maichrut, Maikraut, Maitee, Mosch, Sternleberkraut, Tabakskraut, Tee-Kraut, Waldleberkraut, Waldmännchen, Waldmanntee, Waldmutterkraut ,
Waldtee.
Wenn der böse Wolf kein Rotkäppchen findet, begnügt er sich eben mit einer
Wolfsbeere, Lycium barbarum
dem Gemeinen Bocksdorn, auch als Goji-Beere bekannt.
Wolfsbohne, Lupinus, Lupine
Auch Bitterbohne genannt. Interessanterweise taucht dieser Name auf vielen Seiten auf, die sich mit Giftpflanzen für Haustiere, vorzugsweise Katzen, beschäftigen, ohne die Pflanze zu definieren. Erst nach längerer Suche habe ich einen Zusammenhang mit der Lupine entdeckt. Wer sich mehr dafür interessiert, findet Informationen zu Giftigkeit von Lupinen bei: MEB.Uni-Bonn.de/Giftzentrale
Weitere Namen: Feigbohne, Weisse Feigbohne

X

Tja bei X da is wohl nix, außer
Xuxu Sechium edule
Besser bekannt als Chayote, einer (bei uns einjährigen) Kletterpflanze, die in allen Teilen eßbar ist, vor allem die Früchte. War bereits den Azteken und Maya bekannt.

Mit etwas Schummelei fällt auch die
 
Xanthosome, Xanthosoma
 
unter X. Bei uns als etwas heikle Zimmerpflanze gehandelt, zählt die Xanthosoma violaceum, wie auch die Xanthosoma sagittifolia in ihrer Heimat zu den essbaren Nutzpflanzen. Bei uns hört die Xanthosoma violaceum auch auf den Namen Blauer Taro.

Y

Auch die Y-Pflanzen fallen nicht gerade durch Namensvielfalt auf. Trotzdem:
YakushimaRhododendron, Rhododendron yakushimanum
Hat nichts mit der japanischen Yakuza, der dortigen Mafia-Variante zu tun, sondern sind einfach brave Rhododendren.
Yoshino-Kirsche, Prunus x yedoensis
benannt nach einem berühmten Kirschhain am Yoshino, einem Berg in Japan., auch als Japanische Maienkirsche bekannt. Sie ist die Blütenkirsche des japanische Kirschblütenfestes, wobei inzwischen viele Sorten und Hybridformen existieren. Soll ursprünglich evtl. Ein Hybrid von Prunus subhirtella und Prunus speciosa gewesen sein.

Z

Zahnstocherkraut, ammi visnaga
Klingt irgendwie nach Beschwörung, oder einem Ritual, also ammi, ammi, ammi visnaga usw.
Weitaus profaner klingt der deutsche Name Bischofskraut. Das Zahnstocherkraut wird auch heute noch zur Herstellung von Zahnstochern verwendet.
Wer mit dem Zahnstocherkraut nicht weiterkommt, kann ja mal das
Zahnwehholz, Zanthoxylum fraxineum, Syn. Zahnthoxylum Americanum, evtl. auch Zanthoxylum clava-herculis
probieren. Zanthoxylum fraxineum stammt von der Ostküste der USA, wurde bereits von Indianern zu Heilzwecken benutzt. Die Rinde wurde bei Zahnschmerzen gekaut. Wird wohl auch als Bonsai verkauft mit einer hohen Verwechslungsrate (Aussehen) mit Zahnthoxylum piperitum, Pfefferbaum oder Szechuanpfeffer. Hauptverbreitungsgebiet ist die Himalayregion, Zentralchine, Tibet, Japan und Korea (Wiki).
Wem auch das nichts hilft, dem bleibt nur noch der
Zahntrost, Odontites
wobei Er/Sie/Es von folgenden Zahntröstern trösten lassen kann: Acker-Zahntrost, Frühlingszahntrost, Gelber Zahntrost, Herbstzahntrost, Klebriger Zahntrost, Roter Zahntrost oder dem Salzzahntrost. Lt. Wiki könnte der Name dieser Gattung auf auf eine evtl. Wirkung gegen Zahnschmerzen, wahrscheinlicher jedoch auf die zahnförmig gezackten Ränder der Kelchblätter beziehen.

Zitterespe, populus tremula
Auch als Zitterpappel bekannt. "Zittern wie Espenlaub" ist als Sprichwort wohl jedem geläufig. Die Blätter bewegen sich schon beim kleinsten Windhauch. Aber warum? Eine ganz interessante Erklärung finden Sie unter: http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/evolution-zittern-wie-espenlaub_aid_141226.html

Und wenn Sie mal wieder vorbeischauen, werden sie immer wieder neue Namen entdecken können.