KRÄUTER IM GARTEN

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Da wollen wir doch nicht hintanstehen und noch einen Eintrag provozieren.
Wer Kräuter nicht für Medizin, Färbemittel oder Kosmetik verwenden will, wird das aus optischen oder kulinarischen (oder beiden) Gründen tun. Womit schon mal der Standort festgelegt wäre - nämlich nahe der Küche. Die meisten Kräuter mögen viel Sonne. Kräuter brauchen relativ wenig Platz, können also im Topf, Kübel o.ä. gehalten werden. Dies gilt besonders für die Frostanfälligen, die können dann vor dem Winter ins Warme.
Kräuter finden ihren Platz im Staudenbeet, dem Gemüsebeet, dem Kiesbeet, auf der Terrasse, dem Balkon, der Fensterbank, nur nicht im Schatten. Und natürlich in der vielfach beschworenen Kräuterspirale oder Kräuterschnecke. Sieht bei richtiger Anlage auch ganz schick aus, braucht aber Platz.
Küchenkräuter werden vorzugsweise zum Würzen verwendet. Die wohl am meisten verwendeten Kräuter, die bei uns auch mit Aussicht auf Erfolg gepflanzt werden können, sind:

 

  • Basilikum, ocimum basilicum
  • einjährig, kälteempfindlich, im Frühjahr vorziehen. Gibt es in verschiedenen Sorten, geschmacksintensiv, verwendet werden die Blätter. Geerntet wird vor der Blüte in den frühen Abendstunden.
  • Bärlauch, allium ursinum
    Mehrjährig, Verbreitung über Selbstaussaat, bevorzugt Halbschatten. Verwendet werden hauptsächlich die Blätter, aber auch die Zwiebeln. Sollte nach der Blüte nicht mehr verwendet werden.  ACHTUNG TÖDLICHE VERWECHSLUNGSGEFAHR mit Maiglöckchen, der Herbstzeitlosen und dem gefleckten Aronsstab, s.h. auch Frühling im Garten.
  • Bohnenkraut, satureja
    Wird, wie der Name schon sagt, vorzugsweise für Bohnengerichte (grüne Bohnen) verwendet. Sommerbohnenkraut ist einjährig, Aussaat im Frühsommer. Winterbohnenkraut ist mehrjährig, in Teilen immergrün, aber frostanfällig.
    Bohnenkraut soll bei Gemüsebeeten gegen Schnecken schützen.
  • Dill, anethum graveolens
    Aussaat im Frühjahr, verwendet werden Blätter und Samenkörner, sollte nicht in die Nähe von Fenchel gepflanzt werden.Vermehrung durch Selbstaussaat. Nicht neben Basilikum und Gartenkresse pflanzen. Geerntet wird während der Blüte in den Abendstunden.
  • Fenchel, foeniculum vulgare
    Winterhart und mehrjährig, verwendet werden Blätter und Samen, sowie die Knollen.
  • Estragon, artemisia dracunculus
    Bekannt sind der russische und der französische Estragon. Der Französische, wie könnt`s auch anders sein, gilt als besser schmeckend, dafür ist der russische Estragon winterhart. Braucht gut drainierten Boden. Estragon ist zur Trocknung nicht geeignet.
  • Knoblauch, allium sativum
    gehört eigentlich zur Familie der Liliengewächse.
    Einjährig, verwendbar sind die Blätter und natürlich die Knollen. Für die Nachzucht die Knollen im Spätherbst einpflanzen, vor Frost schützen.
    Lagerung, dunkel, trocken, luftig - nicht in den Kühlschrank.
  • Lavendel, lavandula
    Riecht gut, schmeckt gut und gibt`s in zig Sorten, winterhart, mehrjährig, spielt bisher in der Küche keine grosse Rolle (wenn dann mehr die Blüten), mehr als Duftstoff, bzw. Verwendung als ätherisches Öl. Zeitiger Rückschnitt, um ein Verholzen zu verhindern.
  • Lorbeer, laurus nobilis
    Die einzige Art für die Küche. Die anderen Arten zählen zu den Ziergehölzen.Nicht winterhart, als Kübelpflanze z.B. im Wintergarten, Flachwurzler und frostanfällig, verwendet werden die Blätter. Frisch geerntet sehr bitter, also trocknen lassen.
  • Majoran, origanum majorana
    Kommt ursprünglich wohl aus Indien und ist bei uns nur einjährig. Geerntet wird vor der Blüte, frühmorgens oder am späten Nachmittag.
  • Meerrettich, armoracia rusticana
    Wenn Sie mal so richtig Tränen in den Augen haben wollen, testen Sie ein Stück Meerrettichwurzel pur. Mehrjährig, Vermehrung über Wurzelabschnitte, verwendet werden die Blätter, hauptsächlich aber die Wurzel. Je länger die Wurzel im Boden bleibt, desto milder im Geschmack.
  • Minze, mentha...
    "Das Wildschwein in Minzsosse" ist wohl seit `Asterix und Obelix in Britannien` legendär. Minze ist mehrjährig, stark! wuchernd und in über 40 verschiedenen Arten erhältlich. Am bekanntesten sind Pfefferminze und Grüne Minze
  • Oregano, origanum...
    Auch von Oregano gibt es eine Reihe von Sorten, z.T. winterhart. Sonniger, durchlässiger, mehr kalkiger Standort, verwendet werden die Blätter. Oregano setzt seine Aromastoffe beim Erhitzen frei. Getrocknete Blätter schmecken intensiver als frische.
  • Petersilie, petroselinum
    Zweijährig, besser jedoch einjährig, die glattblättrige Petersilie schmeckt intensiver, Aussaat im Frühjahr, verwendet werden die Blätter. Petersilie nicht neben Dill, Kerbel, Salat oder Sellerie pflanzen. Getrocknete Petersilie verliert ihre Geschmacksstoffe weitgehend.
  • Rosmarin, rosmarinus officinalis...
    Immergrün, an geschützten Orten mehrjährig und duftend. Verwendet werden Blüten und Blätter, lässt sich gut trocknen. Nach der Blüte zurückschneiden.
  • Salbei, salvia
    Immergrün, teilweise winterhart und mehrjährig. Verwendet werden die Blätter, rechtzeitig zurückschneiden, da sie sonst verholzen. Aktiviert werden die Inhaltsstoffe beim Erhitzen.
  • Schnittlauch, allium schoenoprasum
    Ein frisches Butterbrot mit Schnittlauch drauf - kennt fast Jede/r.
    Aussaat im Frühjahr, verbreitet sich über Zwiebeln. Schnittlauch nicht erhitzen und möglichst frisch verwenden.
  • Thymian, thymus...
    Thymian gibt es ebenfalls in einer ganzen Reihe unterschiedlicher Sorten.
    Immergrün, winterhart (mit Ausnahmen), aromatisch im Duft. Nährstoffarmer Boden, gut drainiert und sonnig. Empfindlich gegen feuchtes Winterwetter. Rechtzeitig zurückschneiden, um Verholzung vorzubeugen.
  • Zitronenmelisse, melissa officinalis
    Winterhart, verwendet werden die Blätter, nach Möglichkeit frisch.

Für alle Kräuter gilt, dass sie frisch geernet am intensivsten schmecken. Die meisten verlieren durch Trockung einen Grossteil ihres Aromas und ihrer Wirkkraft. Einfrieren oder Einlegen in Öl sind die bessere Alternative.

Ein Teil der o.g. Kräuter wird auch für medizinische Zwecke, im Haushalt, für Tee oder in der Kosmetik verwendet. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von Kräutern für diese Zwecke, aber das ist ein ganz eigenes Kapitel.

Kräuter satt gibt`s unter:
http://www.kraeuter-almanach.de/

Kräuterrezepte in Hülle und Füllen (und nicht nur die) finden Sie unter:
http://www.rezepte-gratis.de/kategorie_451_0-kraeuter-rezepte.htm

Nachdem ich, historisch gesehen, noch der "Generation Buch" angehöre und einen Teil meiner "Weisheiten" auch aus Büchern habe, möchte ich Folgende empfehlen:

Viele Bilder, gute Informationen, weit über den Küchengebrauch hinaus:
Der große Kräuterführer von Jekka McVicar
Bassermann Verlag, ISBN 978-3-8094-2213-6

Keine Bilder, dafür eine detailreiche Fülle an Informationen und Tips für Zubereitung, Lagerung, Inhaltsstoffe und mehr
Das große Lexikon der Kräuter und Gewürze  von Lothar Bendel
Anaconda Verlag, Köln, ISBN 978-3-86647-202-1

Die Zeilen sind vorbei, aus ist`s mit der Kräuterei.