DER NAME DER ROSE

 
ist vielfältig und für die Einen Inbegriff eines Sommertages im Garten, für die Anderen durch ihre Dornen und ihr Pflegebedürfnis ein absolutes Ärgernis. Wohl kaum eine Gruppe Zierpflanzen beschäftigt Gärtner und Hobbygärtner so sehr wie Rosen. Lt. Wikipedia existieren weltweit über 30.000 Rosensorten, die verschiedenen Gruppen von Rosenklassen zugeordnet werden. Botanisch wird die Gattung Rosa in vier Untergattungen, sowie eine weiter in Sektionen unterteilt.
Die Geschichte der Rosen zieht sich durch die Jahrtausende. So gab es schon im vorantikem Persien Rosengärten (Rosa damascena), in China wird der Beginn der Rosenkultur auf ca. 2737 v. Chr. datiert, Herodot beschreibt im 5. Jahrhundert v. Chr. Rosengärten in Babylonien und Thrakien.
Für mehr Information bietet sich u.a. ein Blick auf die Seiten von Wikipedia an, z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Rosen

 
Für werdende Rosenfans hier ein kleiner Überblick:
 
Voraussetzungen
Der Boden sollte für die langen Pfahlwurzeln tiefgründig locker sein, keine Staunässe. Optimal ist ein humoser, lehmhaltiger Boden mit einem PH-Wert bei ca. 6,5. Eine gewisse Toleranz ist natürlich da. Wer einen sauren, stark verdichteten oder Sandboden sein Eigen nennt, sollte Rosen vergessen oder mit entspr. Aufwand die Bodenverhältnisse anpassen.
Licht und Luft - viel Sonne, eine leichte Brise - optimal. Wenn`s um das Eck pfeift. speziell in der kalten Jahreszeit - no risk no fun - der fun bei der Rose bleibt jedenfalls aus. Rosen werden teilweise für bestimmte klimatische Gebiete gezüchtet, bzw. bestimmte Sorten fühlen sich dort wohler.. Eine Rose, die das Klima in Weinbaugebieten prima findet, wird im Alpenvorland ordentlich Probleme kriegen.
Grundsätzlich können Rosen wohl in bestimmte Gruppen eingeteilt werden. Die schier unglaubliche Vielfalt an Rosensorten wird die Meisten eher verwirren. Die nachfolgende Aufstellung dient daher nur als grober Leitfaden. Letztendlich kommt es auf die klimatischen Verhältnisse, den Boden und den Verwendungszweck an.
 
Die Rosengruppen:

 
Hochstammrosen
werden auf einem “nackten” Stamm veredelt. Verwendet werden hauptsächlich Floribundarosen oder Teehybriden
Z.b. als “Eintritt” in den Garten, als visueller Hochpunkt, als Mittelpunkt einer Rosenpflanzung oder...
 
Wildrosenblüte  
Wildrosenblüte  






Wildrosen
die “Mütter” aller Rosenzüchtungen, einmalblühend, meist einfache Blüten, dafür sehr robust und winterhart. Im Winter mit ihren Hagebutten geschmückt, ein Festmal für Vögel
Geeignet zur Flächenbegrünung, als natürlicher Zaun, Hangbefestigung oder naturbelassenen Gärten
 
Edelrose "Erotika"  
Edelrose "Erotika"  
Edelrosen
teilen sich grob in alte und neue Rosen. 1966 entschied die American Rose Society die Rosen in zwei Klassen aufzuteilen. Stichjahr war 1867. Die Edelrose `La France` sei die erste Rose der Klasse "Hybrid Tea", im deutschsprachigen Raum als "Edelrose" bezeichnet. Alle Sorten vor 1867 gehören zu den Alten Rosen, ab 1867 zu den Modernen Rosen.


Alte Rosen
entstanden ungefähr ab dem 18. Jahrhundert und erleben z.Zt. eine Renaissance, z.T. durch Weiter-/Nachzüchtung, z.T. durch Neuzüchtung mit den Merkmalen “alter Rosen” aber ohne deren Anfälligkeit. Bei den alten Rosen überwiegen die sanften, pastellfarbenen Töne. Sie bestechen durch ihre zarten Blüten, meist gefüllt und ihren Duft: Alte Rosen werden in zwei Gruppen unterteilt:
Alte europäische Rosengruppen

"Mme Legras de St. German"  
"Mme Legras de St. German"  
Alba-Rosen, (Rosa x alba)
auch als Weisse Bauernrosen bekannt.Die angenehm duftende Sorte wächst buschig bis zu 2 m und ist sehr frosthart.





"Charles de Milles"  
"Charles de Milles"  
Gallica-Rosen, (Rosa gallica)
Die Essigrosen sind einmalblühend, Wuchshöhe ca. 1,50 m, Blütenfarbe meist purpur bis hellrot. Essigrosen werden u.a. für die Herstellung von Rosenöl, Rosenwasser u.ä. genutzt.




 

"Rose de Resht"  
"Rose de Resht"  
Damaszener-Rosen, (Rosa x damascena)
gelangten mit den Kreurittern ca. 13.Jahrhundert nach Frankreich und die weiteren europäischen Länder. Hauptsächlich rosa oder weiß blühend, entfalten sie einen betörenden Duft. Sie werden ebenfalls zur Herstellung von Duftwassern u.ä. genutzt.

 

Zentifolien,
Rosa x centifolia
eher eine "junge" alte Sorte, in Holland Ende des 16. Jahrhunderts gezüchtet. Strauchartig wachsend wird sie bis zu 2 m hoch, angenehm duftend. Eine Untergruppe sind die Moosrosen.

 
Moosrosen, (Rosa x centifolia "Muscosa")
sind eine Mutation der Zentifolien. Ihren Namen verdanken sie Öldrüsen und Blattauswüchsen an Kelch und Blütenstielen, die sie wie "bemoost" aussehen lassen.
 
Alte Rosen mit Einfluss der China-Rosen

China-Rosen
gehören mit zu den ältesten Gartenrosen. Durch Einkreuzung europäischer Rosen entstanden die nachfolgenden Gruppen.

 
Portland-Rosen (Rosa x portlandia)
Das erste Exemplar soll von der Herzogin von Portland in Italien entdeckt und nach England gebracht worden sein. Kompakter Wuch bis ca. 1 m, duftend und andauernde Blüte.

 
Bourbon-Rosen (Rosa x borboniana)
kamen auf dem Umweg über die Insel Ile de Bourbon (heute R´eunion) nach Frankreich.Größe ca. 1,5 m, mehrfach blühend, je nach Sorte wenig bis stark duftend, allerdings wohl krankheitsanfällig.

 
Noisette-Rosen (Rosa indica noisettiana)
wurden Anfang 19. Jahrhundert in den USA gezüchtet. Der Nachbar von John Champney, Phillipe Noisette selektierte aus dessen Züchtung die Sorte `Blush Noisette´. Grundsätzlich handelt es sich um Kletter-Rosen, nach anderen Angaben um Strauch-Rosen. Die neueren Züchtungen sind frostempfindlich und nur für Weinbauklima geeignet.

Remontant-Rosen
wurden in den 30-iger Jahren des 19. Jahrhunderts unter Beteiligung der China-, Bourbon- und Noisette-Rosen gezüchtet. Dazu kamen noch die Gallica-Rosen. Oft als öfterblühend bezeichnet, blühen sie eigentlich im Frühsommer und noch einmal im Herbst.

 
Teerosen (Rosa indica fragans)
kamen Mitte des 18. Jahrhundet`s aus China über Schweden nach England und weiter nach Mitteleuropa.

 
Neue Rosen oder Moderne Rosen
Rosen haben schon immer Züchter fasziniert. Moderne Rosen entwickelten sich so ab der 2.ten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurden stärker nach ihren Wuchsformen und Verwendungsmöglichkeiten gruppiert. Moderne Rosen finden sich daher in allen Gruppen.

 
"Rosi Mittermaier  
"Rosi Mittermaier"  
Beet-Rosen
in dieser Gruppe werden Polyantha-Rosen und den Floribunda-Rosen zusammengefasst.





 
Bodendecker-Rosen
auch als Kleinststrauchrosen oder Zwergrosen bezeichnet, werden oft als Flächenbegrünung verwendet.

 
"Wise Portia"  
"Wise Portia"  
Englische Rosen (Romatische Rosen)
Dieser Name ist eng mit dem Züchter David C. H. Austin verknüpft. Sie sind eine Kreuzung aus Floribunda-Rosen, modernen Teehybriden und verschiedenen alten Rosen. Nach zahllosen Zuchtversuchen entstehen die ersten Rosen, die Austin zufriedenstellen und er führt 1969 den Namen Englische Rose ein.

 
Floribunda-Rosen
sind aus Kreuzungen von Teehybriden und Zwergpolyantha-Rosen entstanden. Sie zeichnen sich durch ganze Blütenbüschel und eine lange Blütezeit aus. Grösse zwischen 40 cm und 80 cm.

 
Kletter-Rosen
werden in Kletter-Rosen, neudeutsch Climber und Rambler unterteilt
Kletterrosen bilden dicke sparrige Triebe aus und werden in
einmalblühende
und
mehrfachblühende unterteilt.
Rambler-Rosen bilden mehr weiche, biegsame Triebe aus, blühen nur einmal, dann aber mit Power.
Einmalblühend "Veilchenblau" J.C. Schmidt 1909 Öfterblühend "Goldregen" Noack 1986 Rambler "Bobbie James" Sunningdale Nursery 1961
Einmalblühend "Veilchenblau" J.C. Schmidt 1909 Öfterblühend "Goldregen" Noack 1986 Rambler "Bobbie James" Sunningdale Nursery 1961
 

Moschus-Rosen
gezüchtet aus der Wildrose Rosa moschata, dauerhhaft blühend und intensiv duftend. Werden auch als Lambertiana-Rosen (P. Lambert) oder Pemberton-Rosen (J.H. Pemberton) bezeichnet.

 
Polyanta-Rosen
wie der griechische Namen schon sagt, sind vielblütig, gezüchtet aus Abkömmlingen der Rosa Multiflora.

 
Strauchrose "Mozart" Lambert 1937  
Strauchrose "Mozart" Lambert 1937  
Strauch-Rosen
wachsen strauchartig und werden zwischen 1,2 m und 3 m hoch und auch breit.die hochwachsenden Strauchrosen lassen sich zum Teil wie Kletterrosen ziehen. Unterschieden wird hier zwischen einmal- und öfterblühenden Rosen..




 
Weltrosen
die "World Federation of Rose Societies vergibt diese höchste Auszeichnung für eine Rose in der Kategorie "Moderne Rosen und Alte Rosen. Seit 1995 werden auch Rosengärten mit dem Titel "Award of Garden Excellence" ausgezeichnet, die von historischem, erzieherischen und/oder optischen Wert sind. Ab 2006 wird für ein Rosenbuch der "WFRS Literary Awards" vergeben. Wer sich für Einzelheiten interessiert: http://www.worldrose.org/

 
Zwerg-Rosen
laufen meist auch unter der Bezeichnung Bodendeckerrosen. Unter diesem Namen werden sie leider als wunderbare Gestaltungsmöglichkeit für kleine Anlagen ignoriert.Zwergrosen verfügen über ein sehr gesundes Laub und eine hohe Resistenz gegen Mehltau und Sternrusstau. Grösse ca. 25 cm bis in Ausnahmen 70 cm. Geeignet als Vorpflanzung, für Steingärten, Tröge und Kübel.

 
Die Qual der Wahl
Wer auf Nummer Sicher gehen will, kauft Rosen in der Baumschule. Dort werden in der Regel nur Sorten angeboten, die mit den regionalen Verhältnissen zurechtkommen - Beratung inbegriffen. Wer auf Nummer Hochsicher gehen will, achtet auf das ADR-Prädikat. Die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitsprüfung gibt die Gewähr, dass die entspr. Sorte im Dauertest geprüft
wurde. Eine Liste von ADR-Rosen ist abrufbar unter: http://www.adr-rose.de/
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"Das Buch ist der Rose vergleichbar, denn es öffnet dem Leser das Herz, wenn er Blatt für Blatt betrachtet." (persisch)